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Aus der Sicht eines Fan

11.07.10

Autor: Johanna Frankenberg | Kategorie: Blog, Fan-Zone

Es ist früher Morgen des 28.06.2010 als sich 5 schlaftrunkene Hurricanes auf den Weg nach Schweden machen. Das Gepäck haben wir schon am Vorabend eingecheckt. Das boarding beginnt pünktlich und so startet der Flieger gegen kurz nach 08:30 Uhr von Frankfurt.

Die Landung im sonnigen Stockholm ist gegen 10:00 Uhr und die Stimmung ist gut. Die Vorfreude auf das was kommen wird ist riesig. Mit dem Regenbogen-Bus geht es dann ins Zentrum von Stockholm. Das Hotel ist eine Mischung aus Oma´s Wohnzimmer und IKEA.

Schnell sind die Zimmer beschlagnahmt, nur noch in Sommerklamotten geschmissen und los geht´s zum Team-Hotel. Nach ca. 45 Minuten mit den Öffentlichen kommen wir im Nirvana Schwedens an. Von der Bushaltestelle zum Hotel sind es laut Hinweisschild 50 Meter. Es muss sich um ein anderes Längenmaß handeln, denn das Hotel erreichen wir erst nach 10 Minuten. Dort treffen wir gleich auf das Team aus Finnland. Es kribbelt, bald geht die erste WM los. Als wir auf die Deutsche Nationalmannschaft treffen, werden wir herzlich begrüßt. Doch viel Zeit ist nicht, der Zeitplan der Spielerinnen und Coaches ist straff. Am Abend steht noch eine Trainingseinheit im Stadion Zinkensdamm an.

29.06.2010 – „Guten Morgen Stockholm.“ Die Sonne scheint bereits seit 03:00 Uhr. Doch dank Schlafbrille ist das GAR KEIN PROBLEM! Noch 5 Stunden bis wir uns das erste Spiel (Österreich vs. Finnland) anschauen. Am Abend wird dann das erste Mal die Deutsche Nationalhymne ertönen. Zum Spiel unserer Nachbarn sind bereits ca. 20 Deutschland-Fans im Stadion und feuern an.

Gemeinsam bereiten wir uns auf die Ankunft unserer Nationalmannschaft vor. Als der Bus gegen 16:00 Uhr vorfährt ertönen die Vuvuzelas und das Team wird lautstark in Empfang genommen. Sichtlich gerührt laufen die Coaches und Spielerinnen während der Fan-Laola ein. Es laufen auch die ein oder anderen Freudentränen, ohne Namen zu nennen.

Es ist 17:50 Uhr als die Teams ins Stadion einlaufen. Die Stimmung bei den Fans ist gut, der Puls ist stark erhöht und es kribbelt am ganzen Körper. Als die Nationalhymne ertönt singen die rund 50 Deutschland-Fans lautstark mit. Begeistert von der Leistung der Mädels auf dem Feld feuern die Fans aus Leibeskraft an. Die Vuvuzelas und Tröten dröhnen durch das Stadion, so das man sein eigenes Wort nicht versteht. Nachdem der eigentliche Stadionsprecher nur schwedisch redet findet sich schnell eine deutschsprachige Stadionsprecherin mit Megafon unter den Fans. Schöne Szenen werden mit Kommentaren wie „SEHR, SEHR SCHÖN“ unterstrichen und bei nicht gefangenen Bällen wird beruhigt mit den Worten „GAR KEIN PROBLEM!“. Danke Kathi. Am Ende gewinnt Deutschland 14:00 gegen Schweden. Das macht Freude auf mehr.

Am nächsten Tag haben die Spielerinnen 2 Stunden Freizeit und man trifft sich in Stockholm City zum Plausch und Sightseeing. Nachdem das Team wieder weg ist machen wir noch eine Hafenrundfahrt. Es geht vorbei am Schloss, Gamla Stan, Södermalm und Stockholm City. Nach knapp 2 Stunden legen wir wieder am Start- und Zielhafen an. Erkenntnis: In den Sommermonaten wäre ein Ferienhaus toll, im Winter sollte man besonders den Norden Schwedens meiden, sonst läuft man Gefahr kein Tageslicht zu sehen. Das erklärt auch die hohe Selbstmordrate in den skandinavischen Ländern, aber das nur am Rande.

Am 01.07.2010 steht das zweite Gruppenspiel der Deutschen an und dieses Mal malen sich einige Fans die Buchstaben „SCHLAAAAAAAND“ auf den Bauch und präsentieren das Werk während der Nationalhymne.

Zunächst findet Deutschland nicht ins Spiel und gerät schnell in Rückstand. Doch nach dem 1. Quarter sind die Mädels aufgewacht und knüpfen an die Leistung des ersten Spiels an. Nach der Halbzeit gibt es an der deutschen Defense kein Vorbeikommen mehr, doch leider gelingt es dem Team nicht mehr das Spiel noch zu gewinnen. Knapp muss sich Deutschland Kanada geschlagen geben. Somit steht fest, Deutschland spielt am Samstag gegen den Verlierer des nachfolgenden Spiels zwischen Finnland und USA.

Die Tribüne füllt sich nach und nach. Kurz vor dem Einlaufen der Teams aus Finnland und den USA sitzen neben den Fans auch alle teilnehmenden Teams auf der Tribüne. Am Schluss gewinnt USA deutlich mit 72:00. Doch bieten die Finninnen mehr Gegenwehr als das Ergebnis es erahnen lässt. Beide Teams glänzen durch starkes Pass- und Laufspiel und Tackle-Szenen.

Jetzt war klar, es würde ein hartes Spiel gegen Finnland um Platz 3 am Samstag werden. Doch am Freitag standen nochmals 2 Stunden Freizeit der Nationalmannschaft an. Dieses Mal verbringen wir die Zeit am Meer, direkt neben dem Team-Hotel. Während dem Mittagessen und der nächsten Theoriestunde der Mannschaft genießen wir das tolle Wetter und kühlen uns im Wasser (stark) ab. Am Ende des Tages haben einige von uns ein gesundes Krebsrot, aber das ist GAR KEIN PROBLEM.

Samstag, 03.07.2010, nur noch wenige Stunden bis zum Spiel um Platz 3. Vorher spielt Österreich gegen Schweden um Platz 5 und 6. Szene des Tages/ der WM dürfte die Interception einer Österreicherin sein, die den Ball bis in die Endzone trägt. Leider war es die falsche Endzone und somit freuen sich die Schwedinnen über weitere 2 Punkte auf dem Scoreboard. (Anmerkung der Redation: Die zwei Punkte fehlten den Östereicherinnen am Schluss. Es endete 18:20)

14:50 Uhr: Einlauf der Teams. 14:55 Uhr: Die Nationalhymne erklingt. 15:00 Uhr: Kickoff Deutschland. Wie im Spiel gegen Kanada finden die Deutschen zunächst nicht ins Spiel. Finnland erzielt schnell die ersten Punkte und ein Sieg der Deutschen scheint aussichtslos. Zum 2. Quarter sieht es aber schon besser aus. Der erste Touchdown für Deutschland und kurz nach der Pause gelingt der nächste Touchdown. Das Team ist nun wie ausgewechselt und marschiert wie ein Bollwerk durch die finnische Line. In einem spannenden Schlussspurt kommt Deutschland noch mal in Ballbesitz. Es steht 18:26 für Finnland und es ist noch 1 Minute zu spielen. Die Offense versucht es über Passspiel in Richtung Endzone, doch an der 20-Yardline ist Schluss und der Ballbesitz wechselt bei 4 Sekunden auf der Spieluhr.

In wenigen Monaten, nach 2 Tryouts und nur einem gemeinsamen Training vor der WM haben es die 45 Spielerinnen, die Coaches und die fleißigen Helferlein hinter den Kulissen geschafft die erste Frauen-Nationalmannschaft aus dem Boden zu stampfen.

Entgegen aller Zweifel und trotz vieler Negativstimmen im Vorfeld haben sie alle an einem Strang gezogen und sind zu einem Team zusammengewachsen. Es ist ein großer Schritt für den Frauenfootball und ich bin froh als Fan ein Teil dieser WM gewesen zu sein.

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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

15.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Blog, Inside the Team, Staff

Es vergeht eigentlich kein Tag mehr, an dem ich nicht irgendwas für die Nationalmannschaft zu tun habe. Manchmal nur Kleinigkeiten, ein Anruf oder ein E-Mail, manchmal aber auch mehr. Oft ist Arbeit ja auch mit angenehmen Dingen wie netten Gesprächen mit Journalisten oder Fotografieren beim U19 Auswahl-Spiel verbunden. Für mich hält sich das aber noch in Grenzen.

Ich möchte den Blick lieber auf Christiane Langkamm lenken. Für Christiane vergehen bestimmt keine sechs Stunden, ohne dass es etwas für die National-Mannschaft zu tun gibt. Manchmal bekam ich am Tag drei Updates, wie meine Reiseroute nach Schweden nun verläuft. Be der endgültigen Lösung fahre ich am Samstag Abend mit dem Equipment-Wagen nach Stockholm, um am Sonntag dann unsere Gegner zu filmen. Damit alles passt, hat Christiane nicht nur die Reise geplant, sondern auch gleich den Pressetermin am Samstag so zeitlich angepasst, dass ich den auch über die Bühne bringen kann und er trotzdem in den Trainingsplan passt.

Als die Anreise der Coaches nach Berlin zur Frage stand, bekam man gleich drei Vorschläge. Aber nicht nur einfach Vorschläge, sondern komplette Reiseangebote:

A: Auto mit Kilometerangabe, Dauer und Kosten
B: Zug mit Abfahrt und Ankunftszeiten, Umsteigebahnhof undKosten
C: Flug mit Uhrzeit, Fluggesellschaft, Kosten

Man brauchte nur noch zu wählen, welche Alternative einem am besten zusagte. Und als ich beim Zugticket den Hinweis auf die notwendige Platzreservierung anbrachte, bekam ich gleich einen Telefoanruf: „Was denkst denn Du? Natürlich bestelle ich die mit..“. 😉

Christiane ist immer aktiv und versucht überall jede Sache bis in Kleinste zu optimieren. Den Komfort sollten alle schon zu spüren bekommen haben. Man hat, sowie bereits im Camp, immer das Gefühl, komplett umsorgt zu sein. Und daneben kommt sie auch immer wieder mit guten Ideen, auch für die Pressearbeit.

Ihr EMail-Fach muss eigentlich ständig überquellen. 30 bis 40 Mails pro Tag nur für die Nationalmannschaft sind wohl keine Seltenheit. Mails mit Inhalt nicht nur einfach Spam. Mails die auch beantwortet werden müssen.

Warum ich das schreibe, obwohl Christiane lieber im Hintergrund bleiben will und eine Lobpreisung  hier gar nicht so gerne lesen wird? Zum einen, weil sie es jetzt schon verdient hat, zum anderen weil ich imMoment gerade nichts anderes für die Nationalmannschaft zu tun habe.  Ich werde mal meine EMails abrufen oder die TODO-Liste checken.  Dann wird sich dieser Zustand des Nichtstuns bestimmt auch wieder ändern….

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Be One – Support Germany

12.04.10

Autor: Johanna Frankenberg | Kategorie: Allgemein, Blog, Fan-Zone

Das hier geht an die Familien, Freunde und Teams des 45er-Kader, an die 30 Mädels die es
nicht in den Kader geschafft haben und alle Menschen die an Frauenfootball interessiert sind.
Nachdem nun feststeht welche 45 Frauen bei der WM in Stockholm die Farben Schwarz-Rot-
Gold vertreten werden, ist es jetzt auch an der Zeit sich über die Fanunterstützung Gedanken
zu machen.
Bei der Umfrage auf Ladiesfootball.de waren 39,4% der Meinung das Deutschland die Bronze-
Medaille gewinnen kann/ wird. Bis dahin ist es aber ein hartes Stück Arbeit. Doch werden die
45 Frauen mit Hilfe der Coaches alles daran setzen den Erwartungen gerecht zu werden. Es ist
jedoch klar, dass diese „Mission“ ohne jegliche Unterstützung auf den Stadionrängen noch
härter ist.
Nur mit viel Einsatz, Siegeswille und Engagement aller Beteiligten ist das gesteckte Ziel zu
erreichen. Also, schaut in eure Geldbörsen, bucht einen Urlaub im schönen Stockholm und
kommt ins Stadion wenn Deutschland spielt.

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