Archiv für ‘Staff’ Kategorie

Kein Strom im Hotel

04.07.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Staff

Am Montag lasen wir die Horror-Meldung für uns. Am Dienstag wird der Strom abgeschaltet.Von morgens 8:00 bis 11:30 und 13:00 bis 14:00. Die einzigen, die ab 13:00 im Haus sein sollten, waren wir. Und wir hatten zu dieser Zeit Video-Meeting angesetzt bekommen.

Was nun?

Kein Problem für Thorsten Kuhnert, unserem Equipment-Manager. Er hatte doch tatsächlich ein Notstrom-Aggregat dabei. 500 Watt sollten reichen.

 

Am nächsten Morgen, als wir aufwachten, war der Strom schon kurz nach sieben weg. Wir hatten noch nichteinmal die Gameplans ausgedruckt und laminiert. Also schmiss Thorsten das Aggregat an und sorgte für die notwendigen Ausdrucke. Das Angebot in der Küche war etwas limitiert. Kaffe gabs nur als Instant-Version. Warmes Wasser hatte die russischen Jungs  auch für uns gebunkert.

In der Küche herrschte ein Chaos. Die vier Teams vor uns hatten jede Menge dreckiges Geschirr hinterlassen. Spülmaschine ging ja nicht, weil die Küche keinen Notstrom hat.

Ein Problem hatten wir vorher nicht bedacht. Unser Equipmentraum liegt im Keller. Und dort gab es ja kein Licht mehr. Aber Thorstens Ordnung und die Stirnlampen/Taschenlampen sorgten dafür, dass wir alles in unseren Equipmentbus schaffen konnten.

Die Videosession wurd nach vorne veschoben, weil die Räume eh leer standen, so dass am Ende alle Probleme behoben werden konnten. Alle? Alle bis auf eines. Seit dem Stromausfall lief das Internet im Hotel nicht mehr. Alle sassen in ihnren Zimmer, probierterten und fluchten. Jeder glaubte, der Fehler an ihm und seinem Rechner. Bis wir hörten, dass das Internet im Hotel Probleme hat. Erst am nächsten Tag ging es mal wieder und seitdem fällt es regelmäßig aus. Der Techniker kommt und fährt. Das Problem bleibt.

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Die WM hat begonnen..

28.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Pressearbeit, Staff

Ohne Pause geht es weiter. Ich muss jetzt schnell ins Stadion, das erste Spiel beginnt gleich.

Auf dem Weg durch die Innenstadt verliert das Navi im Tunnel die Orientierung. Wir biegen falsch ab und kennen dafür die Gegend um den haupbahnhof jetzt sehr gut.

Am Stadion angekommen versucht Katrin Bartels meine Akkreditierung zu besorgen. Niemand gehts an Telefon und die spielen schon die Nationalhymnen. Aber ich bin rechtzeitig vor Ort, als es beginnt.

Einige Zuschauer sind auch da, später kommen noch mehr. Am Ortseingang von Stockholm wurde auf den Schildern der Verkehrsleitzentrale auch Werbung gemacht für die WM. In der Stadt selber sieht man allerdings weniger davon.

USA bekommt den Ball. Sie starten sehr nervös. Östereich kann in den beiden ersten Drives durchaus mithalten. Doch dann schlägt USA mit der Athletik zu. Kurze Screenpässe und ab gehts. Die USA ist verdammt schnell, groß, athletisch und dizipliniert. Und sie wirken leider verdammt arrogant.  Schnell führen sie 19:0 im ersten Quarter am Ende sind es 63:0 für den Favoriten. Ein bisschen hoch für tapfer kämpfenden Österreicherinnen. Mit zwei unterhalte ich mich abends im Hotel noch. Sie waren schon sehr geknickt, ein bisschen mehr hatten sie sich schon erhofft. Aber die körperliche Überlegenheit der Amis war zu deutlich. Da hat es schon ganz schön gerummst.

Nach der PK  hat Katrin Bartels für uns eine Kneipe gefunden.  Fussball Deutschland-England. Der Klassiker. Ein tolles Spiel. Wenn Fussball immer so wäre, wer weiß ob ich dann nicht immer noch dem runden Ball hinterher jagen würde. Aber ist es ja nicht. Während wir da sitzen, kommen immer mehr dazu. Alles Fans der Deutschen Mannschaft. Ein schwedisches Päarchen, Austauschstudentinnen aus Deutschland. Es bildet sich eine große Gruppe. 4:1 was, für ein Spiel. Ab sofort beschwere ich mich auch nicht mehr über das Wembley-Tor, da steht es eins zu eins zwischen England und uns. Mit Abpfiff gehe ich wieder ins Stadion, denn hier spielen jetzt unsere Gegner Schweden und Kanada. Kanada hat leichte Vorteile. Die Schwedinnen sind schon sehr klein. Ein bisschen erinnert es an Schüler-Tackle Football und oder Frodo aus dem Herr der Ringe. Aber sie sind schnell und engagiert. Das Publikum brüllt das Team nach vorne. Super Stimmung.  Kurz vor dem Ende des dritten Quarters wird es spannend. Die Defense von kanada erobert einen Ball und trägt ihn zum 12:0 zurück. Doch Schweden kontert mit Kickoffreturn Touchdown. 12:6. Schweden fightet wirklich hart. Doch am Ende rettet Kanada mit einer Interception das Spiel und gewinnt seinen Auftakt. Leicht ist kein Spiel bei der WM, aber beide Gegner sind machbar. Der Satz könnte auch aus Waldis WM-Club stammen 😉

Nach dem Spiel wieder eine PK. Wieder sitze ich alleine vor den Coaches und Spielerinnen. Laureen von der IFAF führt souverän durch die Pressekonferenz. Allso super, nur leider kein einziger Journalist vor Ort. Nicht einmal bei dem Schweden Spiel. Traurig. Die Fussball WM zieht hier als Ausrede nicht, weil Schweden ja gar nicht dabei ist. IFAF spult den kompletten PR-Stuff ab, nur an die Journalisten hat keiner gedacht. Auf Nachfrage weiß Laureen nicht einmal, wie die EInladungen vor Ort liefen. Wahrscheinlich hat sich keiner drum gekümmert. Das ist schade, denn der Rest der WM ist super toll. Bisher klappt alles, vor Ort ist die Organisation super, es gibt regelmäßige Shuttle-Busse. Perfekt. Nur bei der Presse harpert es leider noch.

Ich fahre mit Team Kanada zurück. Man kommt schnell ins Gespräch. Alles sehr nett und entspannt hier. für 20 Minuten setzt sich die Deutsche Vorhut mal ans Wasser und geniesst das Hotel, den Blick und den aufgehenden Mond.

So entspannt ist es aber dann auch nicht. Zurück im Zimmer gehts nochmal an die Arbeit. Einen Artikel schreiben, Laptop online bringen, Videos speichern, Bilder auf Laptop, etc…

Mir fallen die Augen zu. Der 48 Stunden Tag geht zu Ende. Gute Nacht.

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Rolling to Stockholm

28.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Staff

Der 48-Stunden Tag ist vorbei. Direkt nach dem Training am Samstag bin ich mit Thorsten Kunert im Equipment-Laster nach Stockholm gefahren. Das war Stress.

Zuerst einmal mussten wir noch einen Abstecher nach Berlin machen. Die Geschichte mit den Hosen. Die Details kommen später, nur soviel: Thomas Winter hat noch einen Satz Hosen aus dem Fundus der Nationalmannschaften  mit ICE-Express von Hamburg nach Berlin geschickt. Den mussten wir aufsammeln, obwohl das Navi uns schon als knapp in der Zeit berechnet hat. Also gurken wir einmal durch Berlin. Durch Mecklenburg -Vorpommern sind wir dafür geflogen, Fuss auf dem Gas und immer am Limit. Es kommt wie es kommt, die Fähre hatte natürlich Verspätung und wir konnten n Sassnitz warten. Egal, Hauptsache an Bord. Fast vier Stunden überfahrt von 23:00 bis 3:00. Irgendwo auf einem unbequemen Sitz habe ich auch mal für eine Stunde die Augen zugemacht. Und immer wieder auf dem Bildschirm geschaut, der ohne Sound, aber mit schwedischen Untertiteln einen Film mit Robert Redford brachte.

Der Blick vom Deck war dafür fantastisch. Hinter uns der Vollmond, der sich im Meer spiegelte und vor uns ein Vorzeichen der Mitternachtssonne. Der Himmel zeigte für Stunden eine Dämmerung  im Norden mit tollen Farben. Aber da es saukalt war auf Deck, gleich wieder rein.

Von Trelleborg aus sind es 600km bis Stockholm. Durch die nacht, die dann auch schon ab halb vier keine mehr war, fuhren wir nordwärts. Und kämpften gegen den Schlaf. Thorsten hatte mir vor der Fahrt ja gedroht: Weil ich ihn hier im Blog mal als Griesgram bezeichnet hatte, sollte ich auf der Fahrt leiden und in Schweden dann aus den Wagen fliegen.  Aber wir verstanden uns gut und zum Glück fuhr er die meiste Strecke, denn mir fielen immer wieder die Augen zu.

Um 10:30 waren wir dann pünktlich in Stockholm. Katrin Bartels empfing uns. Sie hatte das wichtigste schon organisiert. Zuerst kamen die Jerseys in die Waschmaschine. Die mussten wir erst mal suchen. Aber bei der Suche kommt man auch schnell in Kontakt. Spielerinnen von Team Kanada halfen uns weiter. Später habe ich Österreich den Wg dorthin gezeigt.

Dann mussten wir den Bus ausladen. Ich weiß nicht, wie oft ich gelaufen bin. Aber ich weiß, das wir verdammt viel dabei haben. Wirklich viel. Wir sind auch das  einzige Team mit eimen Equipment-Raum. Thorsten hat eine Abstellkammer, halbvoll mit alten Möbeln, bekommen. Binnen weniger Stunden war sie nicht mehr wiederzuerkennen. Hier ist jetzt sein Reich im Keller. Wir haben sowieso viel mehr dabei als die Gegner. Als einzige haben wir einen eigenen Arzt mit dabei.

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Testing the Coaches

23.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Fakten über das Team, Inside the Team, Staff

Man sollte nie etwas glauben, was man nicht selber probiert hat. Als Tight End der Darmstadt Diamonds hatte ich die Möglichkeit, mich von der Qualität der drei süddeutschen Nationalmannschafts-Coaches persönlich zu überzeugen.

Markus Gräßer(Defense Line Rhein-NeckarBandits)

Markus ist in der Nationalmannschaft genauso wie im Verein fürdie Defense Line zuständig. Und die hat uns ganz schön zu schaffen gemacht. Besonders beide Defense Ends wirkten gut gecoacht und haben ein super Spiel gemacht. Auch derDefense Tackle #54 machte uns viele Plays kaputt. Apropos kaputt.  Ich persönlich habe in einem Spiel selten so viele blaue Flecken eingesteckt wie gegen die Bandits.

Facemask verbogen!

Das habe ich auch noch nie erlebt. Mein Facemask hat sich im Spiel  so verbogen, dass ich mir ein Neues kaufen muss. Ich kam mir vor als hätte ich so ein altes Single-Bar Facemask wie es Kicker noch vor 15  Jahren in der NFL trugen. Da passte deutlich mehr als eine Faust durch, was ich auch zu spüren bekam. Lange Zeit dominierten beide Defense-Reihen das Spiel, am Ende entschied ein wildes Offense Feuerwerk innerhalb der letzten zwei Minuten das Spiel. Wir gingen zweimal in Führung, um dann doch mit 28:24 zu verlieren.

Wenn Markus es schafft, unsere Defense Line in der Nationalmannschaft genauso einzustellen wie die der Bandits, dann wird es für unsere Gegner ein langes Turnier.

Daniel Koch (Defense Line Franken Knights)

Daniel Koch ist hauptsächlich Defense Coordinator im Jugend Team und coacht daneben die Defense Line im GFL 2 Team der Knights.  Den Test konnte ich leider altersbedingt nur im GFL2 Team  vornehmen, aber diesmal als Offense Line Spieler. Direkt mittendrin also. Zahlenmäßig waren uns die Jungs schon deutlich überlegen. Elf Defense-Line Spieler standen gerade mal zwei etatmäßigen O-Liner gegenüber, aufgefüllt durchDefense Line Spieler und einem Tight End. Elf Spieler auf einer Position bedeutet auf jeden Fall schon mal ein vernünftiges Training. Denn bei elf Spielern bekommen viele nicht so viel Spielzeit wie sie sich wünschen. Wenn sie dennoch am Spieltag bereit stehen, zeugt das von der Qualität der Coaches. Denn nur wenn man das Gefühl hat auch im Training was zu lernen, sich weiter zu entwickeln und dabei Spaß hat, ist ein Spieler auch mit weniger Spielzeit zufrieden. Über die Qualität der Spieler braucht man kein Wort verlieren. Franken Knights haben immer sehr athletische Spieler, technisch gut gecoacht und schnell. Das war auch diesmal so.

Daniel Koch übernahm gegen uns den Job in der „Skybox“  und funkte seine Erkenntnisse in die Teamzone. Leider konnte ich den Funkverkehr nicht abhören (das hätte uns bestimmt geholfen) aber im Ergebnis war Franken stets gut gegen uns aufgestellt. Wir konnten zwar den Ball erfolgreich bewegen, aber am Ende reichte es nur für einen Score.

Conny Jäckel (Wide Receiver DarmstadtDiamonds)

Dieser Test ist der schwierigste und einfachste zugleich. Schliesslich hatte ich mehr als genug Gelegenheit Conny beim Coaching zu beobachten. Doch den eigenen Coach und die eigene Lebensgefährtin zu beurteilen kann nie objektiv sein. Fakt ist, dass sie viel Zeit in die Vorbereitung investiert. Jede Übung wird geplant, getestet und umgesetzt. Ständig diskutieren wir über die Leistung der Spieler, analysieren die Videos und arbeiten an der Weiterentwicklung für unser Team. Die Diskussionen sind auch für mich immer sehr lehrreich. So lerne ich auf Running Back und Wide Receiver viel dazu, habe aber zum Glück noch ein paar Vorteile auf den anderen Positionen.  Conny hat bewiesen, dass sie in der GFL2 ihren Mann stehen kann und wird dies auch in der Nationalmannschaft tun.

Fazit des Test

Absolut positiv. Ich glaube, wir haben die richtigen Coaches für die Weltmeisterschaft. Dieser Eindruck aus dem Trainingslager hat sich jetzt mit dem Test verfestigt. Und die Coaches sind nicht nur fachlich sehr gut, sondern auch menschlich. Es hat viel Spass gemacht sich mit Ihnen nach dem Spiel zu unterhalten. Die Weltmeisterschaft kann kommen.

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Dieses Kribbeln im Bauch..

22.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Pressearbeit, Staff

.. spürt ihr das auch?

Am Samstag das letzte Spiel mit der eigenen Mannschaft. Schnitt. Darmstadt Diamonds werden für die nächsten 14 Tage zur Seite gepackt. Ab sofort dreht sich Football nur noch um die Nationalmannschaft. Das ganze Denken ist auf Stockholm ausgerichtet.

Die Anspannung ist scho detulich spürbar. Es wird schwieriger, sich auf alltägliche Dinge zu konzentrieren.

Erst einmal das Equipment. Auch wir vom Staff leiden unter der 20kg Regel: Laptop, Stativ, Festplatten, Foto-Apparat, Kamera, Ladegeräte. Die Technikliste ist lang. Alles muss überprüft werden. Updates einspielen, Software kontrollieren. Zum Glück habe ich Donnerstag frei, um die letzen Anpassungen vorzunehmen. Dann kann ich alle Dokumente, Mails und Informationen auf den Laptop überspielen. Habe ich alle Informationen, Zugangsdaten und Technik, um die Homepages zu pflegen, PR-Meldungen zu schreiben und zu versenden? Ja, die Liste sollte komplett sein. Auch die Liste mit den Adressen der Journalisten? Ja, liegt schon da. Aber nicht zuviel Papier mitnehmen, Papier ist schwer!!!

Oops. Was ist das? Okay heute abend habe ich noch ein Meeting für die Europameisterschaft 2010 in Frankfurt. Das ist auch nur noch knapp 30 Tage hin. Als noch einmal kurz umschalten. Aber ab morgen gehts dann nur noch um die WWC 2010.

Am Wochenende in Rothenburg ob der Tauber hatten wir die Möglichkeit, vorher mal kurz durch die Altstadt zu schlendern. Hier gibt es nicht nur während der Fussball-WM eine Unzahl von Fan-Artikel in Schwarz-Rot-Gold. Unglaublich. Vieles Sachen am Rande der Geschmacklosigkeit, aber einige sahen auch wirklich gut aus. Doch zum Kauf konnte ich mich dann doch nicht durchringen. Zum Glück, denn die 20kg Regel darf man nicht ignorieren.

Jetzt gilt es noch die letzten Gespräche zu führen. Vielleicht kann man noch jemanden überzeugen zur Pressekeonferenz zu kommen oder über die WWC 2010 zu schreiben. Ich kann es nicht mehr hören: „Wir haben gerade WM“, „Zur Zeit ist es nicht so gut“. Ich drücke Deutschland fest die Daumen. Ich wünsch dem Team wirklich, dass sie morgen gegen Ghana gewinnen. Zumindest zu wünsche ich dass zu 99%. Das eine andere Prozent träumt davon, dass sich am Donnerstag fünfzehn Redaktionen bei mir melden, sich für die PK anmelden und Informationen von der WWC 2010 nachfragen, weil sie nicht wissen, wie sie ab Freitag die Titelblätter füllen sollen.

Es könnte langsam losgehen…

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Out of Africa

21.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Inside the Team, Staff

 Wenn man sich die Frauen-Nationalmannschaft inklusive Staff genauer anschaut, wird man feststellen, dass sie aus vielen doch sehr unterschiedlichen Individuen zusammengesetzt ist. Da stell man sich die Frage: Wie sollen in Stockholm diese Individuen als ein Team auftreten? Denn das ist ja einer der Punkte, der erfolgreiche Deutsche Nationalmannschaften immer ausmachte. Teamgeist. Und wenn man dann noch genauer hinschaut, dann findet man auf einmal doch viele Gemeinsamkeiten der Spielerinnen und Staff. Einige davon sind offensichtlich: Alle sind zum ersten Mal dabei. Alle wollen eine Medaille. Nach außen sagen die meisten Bronze und meinen aber eigentlich Gold. Aber dann sind da noch  Gemeinsamkeiten, die man nicht auf den ersten Blick erkennt. Was sollen Bathseba Buczylowski, Quarterback, 23 Jahre aus Köln und Equipment-Managerin Sonja Schmidt aus Berlin schon  gemeinsam haben? Es ist die Liebe zu einem Kontinent: Afrika.

Bathseba „Batze“ Buczylowski studiert Afrikanistik und Anglistik. Auch wenn sie sagt: „Das waren halt die zwei ersten Fächer auf alphabetischen Liste der Studienfächer“ , so steckt doch mehr dahinter. Nach dem Abitur und einem Auslandsjahr in England hat sich Batze viel zeit genommen, um darüber nachzudenken, was sie wirklich interessiert im Leben. Und das sind ganz eindeutig die Sprachen. „Ich liebe Sprachen. Ich halte Sprachwissenschaften für eine der wichtigsten Wissenschaften überhaupt. Durch Sprache sind wir erst zu Menschen geworden und wenn wir uns alle verstehen würden, würde das viel Leid auf der Erde verhindern“. Vor vier Jahren während der Fussball-Weltmeisterschaft war Batze zum ersten Mal in Afrika. In Südafrika arbeitete sie als freiwillige Helferin bei der Bestandsaufnahme von Wildtieren in einem Naturreservat. „Wir sind also in Teams zu dritt oder zu viert 10 – 30 Kilometer am Tag auf festgelegten Routen durch den Busch gelaufen und haben Tiere gezählt. Was habe ich dort erlebt – soviel. Hyänen machen die gruseligsten Geräusche die ich je gehört habe. nachts sind sie zu uns ins Camp gekommen und die klingen wie eine Mischung aus Babygeschrei und Wolfsheulen sehr gruselig. Auf dem Weg zu den Toiletten habe ich dann auch eine Auge in Auge getroffen. Sie hat sich zum Glück so sehr erschreckt wie ich und ist abgehauen. Als ich dann das rettende Sanitärgebäude erreichte war nur schon jemand vor mir da – eine Schlange, und auch noch eine giftige. Glücklicherweise hat sie mich nicht gebissen sondern den Schlangenspezialist am nächsten Tag. Der dann einen sehr schmerzvollen Tag hatte und einen Arm so dick geschwollen wie ein Elefantenbein. Südafrika ist gesegnet mit einer hinreißenden Natur und Wildlife.“
Über ihre weiteren Pläne erzählt sie: „So viel vor und nur so wenig Zeit. Ich möchte gerne nach Tanzania für ein paar Monate. Ich lerne Swahili seit 2-3 Jahren und an der Küste von Tanzania wird Kiunguja gesprochen – das Hochswahili. Im Moment verstehe ich nur einen Swahilisprecher, der langsam und deutlich spricht. Swahili ist die schönste Sprache, die ich je gehört habe. Im Moment arbeite ich als Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für angewandte Linguistik und helfe  bei der Betreuung von wissenschaftlichen Projekten im Bereich Alphabetisierung, bilinguale Erziehung und bei der Lehrstuhlorganisiation. Ich will Gutes tun.“

Wenn Batze ins Erzählen kommt, dann versteht man ihre Selbsteinschätzung besser: „Eigentlich kann ich nur zwei Sachen richtig: Geschichten erzählen und Quarterback spielen.“ Wer also spannende Geschichten aus einem fernen Kontinent hören will, sollte sich im Camp mal länger mit Batze unterhalten.

Sonja Schmidt wird dies bestimmt tun, kann sie doch selber spannende Geschichten aus Afrika berichten. Sie hat 2006 in Tansania den Kilimandscharo, mit 5895m der höchste Berg Afrikas, bezwungen. Für Sonja ein langgehegter Traum, der in Erfüllung ging. Drei Tage zuvor hatte sie schon den Mount Meru 4.562 m erklommen. Während für viele der ideale Urlaub aus zwei Wochen All-Inklusive besteht, verbringt Sonja ihre freie Zeit in der Wüste von Libyen.  Ohne fließend Wasser,  ohne Bett und unter einem freiem Himmel schlafend findet sie hier Entspannung vom Büro-Alltag. „Wenn man die Wüste durchquert, findet man sich selbst. Man lernt sehr schnell, was für ein Luxusleben  man hier in Deutschland doch genießt. Solche Reisen verändern einen Menschen enorm und lassen einen viele Dinge anders sehen.“

Und so wie Afrika zwei Mitglieder unseres Teams vereint, so gibt es viele Berührungspunkte zwischen den zahlreichen Spielerinnen. Manche sind Mütter, einigen studieren die gleiche Fachrichtung, viele haben Erfahrungen in anderen Nationalmannschaften gesammelt, sind als Schiedsrichter aktiv oder haben den selben Musikgeschmack. Und da gibt es einen Punkt, der sie alle vereint.

American Football für Frauen.

Denn darin werden sich alle einig sein und werden Sonja Schmidt, die selber dreizehn Jahre lang spielte, zustimmen: „Die Nationalmannschaft  ist für mich und vor allem für den Frauenfootball ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um den Frauenfootball …  zu unterstützen und diesen noch populärer zu machen und endlich die falschen Vorurteile „Frauen und Football“ zu entkräften.“

In diesem Sinne

One Team – One Goal – be ONE

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Medical Staff – Bunt gemischt und erfolgreich

17.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Inside the Team, Staff

Damit ein Football Team einwandfrei funktionieren kann,  braucht es viele Rädchen, die reibungslos ineinander greifen. Drei Rädchen davon bilden die medizinische Abteilung, die für die Spielerinnen besonders wichtig ist. In der Frauen-Nationalmannschaft sind dies der Teamdoktor Dr. Marco Ezechieli und die beiden Pysios Meike Behrens-Brammertz und Steffen Schwarz. Für die drei beginnt der Tag bei der Nationalmannschaft schon sehr früh. Wenn nach dem Frühstück schon ein Training angesetzt ist so wie im Camp in Silberborn, dann müssen alle Spielerinnen bereits getapt zum Frühstück erscheinen. Bei 45 Spielerinnen können das bis zu 90 Füsse werden, dazu ein paar Hände, Finger oder andere Blessuren, die behandelt werden müssen. Während des Trainings müssen sie dann vor Ort sein, falls sich im Training jemand verletzt. Nachdem Training sind die Zimmer des Arztes und der Physios dann auch beliebte Anlaufstationen für die Spielerinnen. Selbst wenn man keine Verletzung hat, aber das eine oder andere Wehwehchen will auch behandelt sein. Schliesslich sollen ja alle Spielerinnen am nächsten Tag wieder Höchstleistungen bringen. Nur während der Video- und Theorieeinheiten hat die medizinische Abteilung dann Zeit. Genutzt wird sie, um erst einmal die Vorräte und das Material wieder auf Vordermann zu bringen. Aber dann gibt es endlich Freizeit. Meike Behrens-Brammertz nutzte die Zeit zum Lesen und Lernen Sie bereitet sich zur Zeit auf die Prüfung einer beruflichen Weiterbildung vor. Im Hamburg bietet sie Mobile Massagen an. Als einzige der drei hat sie bereits vor der Frauen-Nationalmannschaft eine Bindung zum American Football. Ihre Schwester spielt aktiv bei den Hamburg Amazons.  

Daraus ergibt sich die Frage: Wie kommen die beiden Herren zum American Football?

Steffen Schwarz aus Hohen Neuendorf bei Berlin arbeitet seit 2009 im Ambulanten Rehazentrum Märkisches Viertel  als Physiotherapeut mit umfangreicher Zusatzausbildung. Seine sportliche Heimat liegt eigentlich beim Rugby.  Als Kapitän spielt er mit Hohen Neuendorf erfolgreich in der zweiten Bundesliga und peilt den Aufstieg in die höchste Spielklasse an. Er hat es schon auf zwei Einsätze in der U18 Nationalmannschaft  gebracht und bringt als auch hier viel Erfahrung mit. Deutschland gehört übrigens zu den besten Amateurligen weltweit und versucht den Anschluss zu finden an Länder mit professionellen Rugby-Ligen. Rugby und American Football haben als Sportart zwar die selben Wurzeln, haben sich aber doch sehr unterschiedlich entwickelt. Wie kommt ein Rugby-Spieler dann zum American Football.  Als die Team-Managerin Mariam Khamsi-Strauch beim Reha-Zentrum nachfragte nach möglichen Kandidaten für den Posten als Physio, dachte sich Steffens Chefin: Das ist doch der gleiche Ball, da fragen wir doch mal den Steffen. Und der war begeistert von der Idee und sagte gerne zu. Und was Steffen Schwarz für die Nationalmannschaft so besonders wertvoll macht. Als Personaltrainer und Sporttherapeut ist er jetzt für die Athletik der Spielerinnen verantwortlich. Dazu gehört unter anderem das Aufwärmprogramm. „Ich war doch schon ziemlich beeindruckt von der Organisation auf und außerhalb des Platzes gerade bei so vielen Mädels. Wie schwierig das ist hab ich gerade bei den ersten beiden Erwärmungen mitbekommen. Ich bin es ja gewöhnt mit 30 Leute zu arbeiten,  aber bei über 70 Mädels musste ich dann schon schlucken.“ Aber auch das hat er in den Griff bekommen und nach dem Camp einen engagierten Fitnessplan für die Spielerinnen erstellt. „Die Ausdauer war bei den meisten Spielerinnen ziemlich gut und an Kraft und Stabilität haben wir jetzt gearbeitet“. Die Freizeit im Camp nutze Steffen oft zum Billardspielen mit seinem Kollegen Dr. Marco Ezechieli aus Hannover.

Dessen Lebenslauf klingt sehr nüchtern. Geboren 1978, verheiratet, ein Kind, seit 1999 Studium in Magdeburg und Hannover mit Approbation 2005, heute  in der Orthopädie der MHH im Annastift tätig. Aber wenn man genauer hinschaut, wird es sehr spannend. Als Sohn eines Italieners und einer Deutschen lebte er die ersten vierzehn Jahre seines Lebens in Kolumbien. Er spricht fünf verschiedene Sprachen. Nach der Bundeswehr spielte er ein Jahr lang Tennis auf der ITF Tour, bevor er mit dem Studium begann. Schon sehr früh hat er dabei den Schwerpunkt auf die Sportlerbetreuung gelegt. Ein Höhepunkt in seiner Arbeit war dabei die Betreuung der Feldhockey Europameisterschaft als Sportarzt. Seit 2009 betreut er mit einem Kollegen die Hannover Scorpions in der Deutschen Eishockey Liga. Nach schlechtem Saisonstart konnten sich die Scorpions nicht nur für Playoffs qualifizieren, sondern wurden am Ende zum ersten Mal Deutscher Meister. „Mit jeder weiteren Runde stieg die Spannung. Der Sieg im Finale war für Trainer Zach, die Mannschaft und Hannover ein toller Erfolg und für mich persönlich eine tolle Erfahrung Teil des Erfolges zu sein“. Auch bei Dr. Ezechieli war es der Vorgesetzte, der die Anfrage weitergeleitet hat und den Kontakt herstellte.  „Es hat Spaß gemacht in Silberborn eine so große Anzahl an Sportlerinnen zu betreuen und in Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten die Spielerinn fit zu machen. Es ist eine Herausforderung verschiedene Spielertypen zu behandeln und spezifisch auf den einzelnen Positionen auf Verletzungen zu reagieren.“

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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

15.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Blog, Inside the Team, Staff

Es vergeht eigentlich kein Tag mehr, an dem ich nicht irgendwas für die Nationalmannschaft zu tun habe. Manchmal nur Kleinigkeiten, ein Anruf oder ein E-Mail, manchmal aber auch mehr. Oft ist Arbeit ja auch mit angenehmen Dingen wie netten Gesprächen mit Journalisten oder Fotografieren beim U19 Auswahl-Spiel verbunden. Für mich hält sich das aber noch in Grenzen.

Ich möchte den Blick lieber auf Christiane Langkamm lenken. Für Christiane vergehen bestimmt keine sechs Stunden, ohne dass es etwas für die National-Mannschaft zu tun gibt. Manchmal bekam ich am Tag drei Updates, wie meine Reiseroute nach Schweden nun verläuft. Be der endgültigen Lösung fahre ich am Samstag Abend mit dem Equipment-Wagen nach Stockholm, um am Sonntag dann unsere Gegner zu filmen. Damit alles passt, hat Christiane nicht nur die Reise geplant, sondern auch gleich den Pressetermin am Samstag so zeitlich angepasst, dass ich den auch über die Bühne bringen kann und er trotzdem in den Trainingsplan passt.

Als die Anreise der Coaches nach Berlin zur Frage stand, bekam man gleich drei Vorschläge. Aber nicht nur einfach Vorschläge, sondern komplette Reiseangebote:

A: Auto mit Kilometerangabe, Dauer und Kosten
B: Zug mit Abfahrt und Ankunftszeiten, Umsteigebahnhof undKosten
C: Flug mit Uhrzeit, Fluggesellschaft, Kosten

Man brauchte nur noch zu wählen, welche Alternative einem am besten zusagte. Und als ich beim Zugticket den Hinweis auf die notwendige Platzreservierung anbrachte, bekam ich gleich einen Telefoanruf: „Was denkst denn Du? Natürlich bestelle ich die mit..“. 😉

Christiane ist immer aktiv und versucht überall jede Sache bis in Kleinste zu optimieren. Den Komfort sollten alle schon zu spüren bekommen haben. Man hat, sowie bereits im Camp, immer das Gefühl, komplett umsorgt zu sein. Und daneben kommt sie auch immer wieder mit guten Ideen, auch für die Pressearbeit.

Ihr EMail-Fach muss eigentlich ständig überquellen. 30 bis 40 Mails pro Tag nur für die Nationalmannschaft sind wohl keine Seltenheit. Mails mit Inhalt nicht nur einfach Spam. Mails die auch beantwortet werden müssen.

Warum ich das schreibe, obwohl Christiane lieber im Hintergrund bleiben will und eine Lobpreisung  hier gar nicht so gerne lesen wird? Zum einen, weil sie es jetzt schon verdient hat, zum anderen weil ich imMoment gerade nichts anderes für die Nationalmannschaft zu tun habe.  Ich werde mal meine EMails abrufen oder die TODO-Liste checken.  Dann wird sich dieser Zustand des Nichtstuns bestimmt auch wieder ändern….

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Just for Fun –

10.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Links, Staff

Fakecheck: Ein kleiner Fernsehbeitrag im TV über die Wahrheit im TV

Aktiv mit dabei die Berlin Bullets, der Verein von unserem Equipment-Manager Thorsten Kunert :

http://www.prosieben.de/tv/galileo/videos/clip/23411-fake-check-footballspieler-nicht-von-dieser-welt-1.1707873/

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Das Managment ist immer gut vorbereitet

09.05.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Staff

Ein kleiner Nachtrag aus dem Trainingscamp:

Das Team-Managment ist immer gut vorbereitet. Auch auf die meterologischen Verhältnisse. Keiner kann sagen dass die Kopf-Bekleidung von Mariam Khamsi-Strauch nicht angemessen war:

SHIETWETTER!

Oder war es doch nur der böse Fluch einer Self-fulfilling prophecy???

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