Archiv für ‘Inside the Team’ Kategorie

… und viel zu wenig Zeit!

21.06.10

Autor: Bettina Janssen | Kategorie: Bettina Janssen, Blog, Inside the Team

Weltmeisterschaft in Schweden, Abschlussprüfung und viel zu wenig Zeit!

Heute ist schon Montag und in nur vier Tagen geht es los ins Trainingscamp in Strausberg. Wo in aller Welt bleibt nur die Zeit? Gerade waren es noch Monate bis zur American Football WM in Schweden, dann noch viele lange Wochen und jetzt rennt mir die Zeit nur davon!!

Morgen steht noch meine allerletzte, absolute Abschlussprüfung bevor. Morgen Nachmittag um drei habe ich alles hinter mir und werde mich dann endlich den „wichtigen“ Dingen zuwenden: die Tasche für Schweden packen.

Was nimmt man zu einer Weltmeisterschaft als Teilnehmer mit? Und warum nur 20 Kg??? Ich bin vielleicht nicht ein „Mädchen“-Mädchen, welches drei schrankhohe Koffer in einen Urlaub mitschleppen würde, aber wie alle meine Mannschaftskolleginnen muss auch ich neben der Wäsche für zehn Tage auch noch meine Ausrüstung im Gepäck unterbringen. Welche Freizeitkleidung packe ich ein? Spare ich Gewicht, wenn ich mich nur auf kurze Hosen beschränke? Packe ich überhaupt Duschgel und Shampoo ein? Hotels statten die Zimmer doch eigentlich immer damit aus. Vielleicht nehme ich auch nur Kernseife mit, wie meine Teamkollegin Sarah vorschlug, damit könnte ich nicht nur Wäsche waschen, mich und meine Haare pflegen, sondern die Seife in Verbindung mit einem Socken bei einem potentiellen Schnarcher auf dem Zimmer auch als „Fernbedienung für die zimmerinterne Lautstärkenregelung“ nutzen. Wer Platz und Gewicht einsparen muss, wird eben erfinderisch. Schmunzelnd frage ich mich auch, wie lange man ein Paar Socken tragen kann, bevor es unangenehm riecht…

Auf Facebook haben meine drei Teammitglieder bereits eine Rundmail unter uns Vieren gestartet: Ich packe meinen Koffer und nehme mit… Eine gute Idee, denn ich hätte nicht daran gedacht, z.B. noch Anti-Mücken-Spray, die Notfallnummer der Auslandskrankenversicherung oder einen Dreckwäschebeutel einzupacken. Den Impfpass habe ich auch eingesteckt, hätte ich mich auch noch gegen Zeckenbisse vorbehandeln lassen sollen? Unsinn, unser Hotel liegt zwar in den Schären von Stockholm, aber aus der Stadt kommen wir eh nicht.

Langsam wird es also ernst. Ich muss Probepacken, damit ich unter dem 20Kg-Limit bleibe. Wird meine große Sporttasche reichen oder stopfe ich alles in meinen Weltreiserucksack? Wieviele T-Shirts sind von Nöten, wie oft werde ich waschen können? Wird es eher frisch oder doch warm? Probiere ich meine Schwimmsachen nochmal vorab an, ob die noch passen? Fragen über Fragen. Ich werde auch noch meinen MP3-Player aufräumen und neu bestücken müssen. Ich werde Musik zum Aufpumpen, zum „Runterkommen“ und zum Einschlafen benötigen, nur was und wieviel?

Ich habe noch drei Tage, um alle Dinge zusammenzustellen und zu verpacken und ich weiß schon jetzt, dass ich dennoch was vergessen werde, welches ich teuer in Stockholm nachkaufen muss. Laut Ablaufplan wird nicht viel Zeit zum Einkaufen sein und die nächsten Geschäfte sind eine 10 minütige Busfahrt vom Hotel entfernt. Also hoffe ich, dass die 45 Mädels sich untereinander geschickt ergänzen, ansonsten werden wir wohl Tauschgeschäfte mit den beiden anderen Mannschaften (Kanada und Finnland) begehen müssen, die ebenso in unserem Hotel untergebracht sind.

Ich bezweifele, dass die Spieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sich mit dem 20 Kg-Limit überhaupt abgeben müssen. Wenn da von den Jungs ein paar Schuhe vergessen wird, dann flitzt sicherlich irgendein Assistent los, der da Vergessenes und Erwünschtes besorgt.

So einen Assistenten sollte ich auch bei unserem Teammanagement beantragen…

Online auch bei http://www.lokalkompass.de/wesel/sport/weltmeisterschaft-in-schweden-abschlusspruefung-und-viel-zu-wenig-zeit-d2998.html

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Out of Africa

21.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Inside the Team, Staff

 Wenn man sich die Frauen-Nationalmannschaft inklusive Staff genauer anschaut, wird man feststellen, dass sie aus vielen doch sehr unterschiedlichen Individuen zusammengesetzt ist. Da stell man sich die Frage: Wie sollen in Stockholm diese Individuen als ein Team auftreten? Denn das ist ja einer der Punkte, der erfolgreiche Deutsche Nationalmannschaften immer ausmachte. Teamgeist. Und wenn man dann noch genauer hinschaut, dann findet man auf einmal doch viele Gemeinsamkeiten der Spielerinnen und Staff. Einige davon sind offensichtlich: Alle sind zum ersten Mal dabei. Alle wollen eine Medaille. Nach außen sagen die meisten Bronze und meinen aber eigentlich Gold. Aber dann sind da noch  Gemeinsamkeiten, die man nicht auf den ersten Blick erkennt. Was sollen Bathseba Buczylowski, Quarterback, 23 Jahre aus Köln und Equipment-Managerin Sonja Schmidt aus Berlin schon  gemeinsam haben? Es ist die Liebe zu einem Kontinent: Afrika.

Bathseba „Batze“ Buczylowski studiert Afrikanistik und Anglistik. Auch wenn sie sagt: „Das waren halt die zwei ersten Fächer auf alphabetischen Liste der Studienfächer“ , so steckt doch mehr dahinter. Nach dem Abitur und einem Auslandsjahr in England hat sich Batze viel zeit genommen, um darüber nachzudenken, was sie wirklich interessiert im Leben. Und das sind ganz eindeutig die Sprachen. „Ich liebe Sprachen. Ich halte Sprachwissenschaften für eine der wichtigsten Wissenschaften überhaupt. Durch Sprache sind wir erst zu Menschen geworden und wenn wir uns alle verstehen würden, würde das viel Leid auf der Erde verhindern“. Vor vier Jahren während der Fussball-Weltmeisterschaft war Batze zum ersten Mal in Afrika. In Südafrika arbeitete sie als freiwillige Helferin bei der Bestandsaufnahme von Wildtieren in einem Naturreservat. „Wir sind also in Teams zu dritt oder zu viert 10 – 30 Kilometer am Tag auf festgelegten Routen durch den Busch gelaufen und haben Tiere gezählt. Was habe ich dort erlebt – soviel. Hyänen machen die gruseligsten Geräusche die ich je gehört habe. nachts sind sie zu uns ins Camp gekommen und die klingen wie eine Mischung aus Babygeschrei und Wolfsheulen sehr gruselig. Auf dem Weg zu den Toiletten habe ich dann auch eine Auge in Auge getroffen. Sie hat sich zum Glück so sehr erschreckt wie ich und ist abgehauen. Als ich dann das rettende Sanitärgebäude erreichte war nur schon jemand vor mir da – eine Schlange, und auch noch eine giftige. Glücklicherweise hat sie mich nicht gebissen sondern den Schlangenspezialist am nächsten Tag. Der dann einen sehr schmerzvollen Tag hatte und einen Arm so dick geschwollen wie ein Elefantenbein. Südafrika ist gesegnet mit einer hinreißenden Natur und Wildlife.“
Über ihre weiteren Pläne erzählt sie: „So viel vor und nur so wenig Zeit. Ich möchte gerne nach Tanzania für ein paar Monate. Ich lerne Swahili seit 2-3 Jahren und an der Küste von Tanzania wird Kiunguja gesprochen – das Hochswahili. Im Moment verstehe ich nur einen Swahilisprecher, der langsam und deutlich spricht. Swahili ist die schönste Sprache, die ich je gehört habe. Im Moment arbeite ich als Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für angewandte Linguistik und helfe  bei der Betreuung von wissenschaftlichen Projekten im Bereich Alphabetisierung, bilinguale Erziehung und bei der Lehrstuhlorganisiation. Ich will Gutes tun.“

Wenn Batze ins Erzählen kommt, dann versteht man ihre Selbsteinschätzung besser: „Eigentlich kann ich nur zwei Sachen richtig: Geschichten erzählen und Quarterback spielen.“ Wer also spannende Geschichten aus einem fernen Kontinent hören will, sollte sich im Camp mal länger mit Batze unterhalten.

Sonja Schmidt wird dies bestimmt tun, kann sie doch selber spannende Geschichten aus Afrika berichten. Sie hat 2006 in Tansania den Kilimandscharo, mit 5895m der höchste Berg Afrikas, bezwungen. Für Sonja ein langgehegter Traum, der in Erfüllung ging. Drei Tage zuvor hatte sie schon den Mount Meru 4.562 m erklommen. Während für viele der ideale Urlaub aus zwei Wochen All-Inklusive besteht, verbringt Sonja ihre freie Zeit in der Wüste von Libyen.  Ohne fließend Wasser,  ohne Bett und unter einem freiem Himmel schlafend findet sie hier Entspannung vom Büro-Alltag. „Wenn man die Wüste durchquert, findet man sich selbst. Man lernt sehr schnell, was für ein Luxusleben  man hier in Deutschland doch genießt. Solche Reisen verändern einen Menschen enorm und lassen einen viele Dinge anders sehen.“

Und so wie Afrika zwei Mitglieder unseres Teams vereint, so gibt es viele Berührungspunkte zwischen den zahlreichen Spielerinnen. Manche sind Mütter, einigen studieren die gleiche Fachrichtung, viele haben Erfahrungen in anderen Nationalmannschaften gesammelt, sind als Schiedsrichter aktiv oder haben den selben Musikgeschmack. Und da gibt es einen Punkt, der sie alle vereint.

American Football für Frauen.

Denn darin werden sich alle einig sein und werden Sonja Schmidt, die selber dreizehn Jahre lang spielte, zustimmen: „Die Nationalmannschaft  ist für mich und vor allem für den Frauenfootball ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, um den Frauenfootball …  zu unterstützen und diesen noch populärer zu machen und endlich die falschen Vorurteile „Frauen und Football“ zu entkräften.“

In diesem Sinne

One Team – One Goal – be ONE

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Zielstrebig zum Comeback

20.06.10

Autor: Jörg Schlüter / Huddle | Kategorie: Allgemein, Fakten über das Team, Inside the Team

WR Jeanette Beastoch war von Anfang an eine sichere Kandidatin für die Frauenfootballnationalmannschaft. Während des Camps in Silberborn hat sie sich allerdings schwer an der Schulter verletzt. Mit viel Fleiß und Beharrlichkeit hat Sie sich innerhalb von drei Monaten wieder in das Team zurück gekämpft und steht wenige Tage vor dem letzten Camp in Strausberg und vor dem ersten Kick Off in Schweden vor ihrem Comeback. Für uns stand Jeanette Beastoch Rede und Antwort.

football-aktuell.de:

Hallo Jeanette, Es wäre nett, wenn Du zuerst etwas über Dich erzählen würdest.

Jeanette Beastoch:

Ich bin 28 Jahre alt und wohne in Tübingen. Ich habe in Passau Jura studiert, in Nürnberg mein Referendariat absolviert und arbeite nun als Juristin im Justizvollzug des Landes Baden-Württemberg. Seit 2006 spiele ich bei den Nürnberg Hurricanes. Zwischen Tübingen und Nürnberg liegen zwar mehr als 200 km, aber mein Team ist mir während meiner Zeit in Nürnberg so sehr ans Herz gewachsen, dass mich auch der Umzug aus beruflichen Gründen nicht den Helm wechseln ließ.

football-aktuell.de:

In Nürnberg bist Du eine langjährige Leistungsträgerin und immer für einen Touchdownfang gut. Wie bist Du eigentlich zum Footballl gekommen?

Jeanette Beastoch:

Während des Studiums spielte ich bereits Flagfootball bei den Passau Red Wolves, der Unimannschaft. Ich habe dort überwiegend mit Männern zusammengespielt und viel von ihnen lernen können, insbesondere was die Technik und die Durchsetzungsfähigkeit betrifft. Schon damals hatte ich Lust, auch mal „richtigen Football“ auszuprobieren. Die Gelegenheit dazu ergab sich dann, als ich zum Referendariat nach Nürnberg umzog. Seitdem ist Football aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken.

football-aktuell.de:

Die Gesundheit geht immer vor. Wie geht es Deiner Schulter und bist Du wirklich fit und wieder wohlauf?

Jeanette Beastoch:

Bei der Schulter hatte ich Glück im Unglück. Wir waren auf Empfehlung unseres Teamarztes Marco Ezechieli in einer Heidelberger Spezialklinik für Schulterchirurgie. Der Arzt dort teilte uns mit, dass die Regeneration einer Schultereckgelenksprengung drei Monate bedarf und operierte mich gleich am nächsten Tag – ein Glücksfall. Die Teilnahme an der WM ist also eine Punktlandung, denn zwischen dem Trainingscamp in Silberborn, in dem ich mich verletzte, und der WM liegen genau drei Monate. Nachdem ich nach der Operation vier Wochen lang meinen Arm gar nicht bewegen durfte, war von dem intensiven Kraft- und Footballtraining, dass ich seit Januar betrieben hatte, natürlich nichts mehr zu spüren. Die Reha jedoch verläuft bisher prima. Vor sechs Wochen habe ich mit dem Training wieder begonnen und es seitdem stetig gesteigert. Laufen, sprinten, fangen, blocken funktioniert alles wieder. Lediglich Krafttraining und tackeln, bzw. getackelt werden hat der Arzt erst ab Ende Juni wieder erlaubt. Punktlandung eben.

football-aktuell.de:

Wie hast Du Dich nach der Verletzung wieder in das Team hineingekämpft? Von Coach Robert Melzer hören wir ja nur lobende Worte über Dein Engagement!

Jeanette Beastoch:

Wir haben die Coaches über den aktuellen Behandlungsstand meiner Schulter ständig auf dem Laufenden gehalten. Nachdem noch vor der offiziellen Nominierung der Spielerinnen berechtigte Hoffnung bestand, dass ich rechtzeitig wieder fit werde, war ich von Anfang an nominiert. Bei einem Training Ende Mai in Berlin mit Coach Trabi konnte er sich dann selbst ein Bild von meinem Genesungsstand machen. Das Lob für Engagement muss ich hiermit an unseren Coach zurückgeben. Die Trainingseinheit in Berlin hat mich einen großen Schritt weitergebracht und das Vertrauen in eine rechtzeitige Heilung gestärkt.

football-aktuell.de:

Dein Freund ist Mitglied der Flagfootballnationalmannschaft und Footballcoach. Wer redet bei Euch zu Hause momentan mehr über seine ganz persönliche WM?

Jeanette Beastoch:

Naja, wir gehen, was die Vorfreude und das Hauptgesprächsthema betrifft, ganz chronologisch vor. Im Moment reden wir nur über Schweden. Mein Freund, wird auch live mit dabei sein. Und genauso werde ich live bei der Flag-WM in Kanada dabei sein, denn ich spiele auch in der Frauen-Flagfootballnationalmannschaft. Da die Flag-WM für Männer und Frauen zeitgleich stattfindet, wird es also unsere gemeinsame WM. Doch bevor es Mitte August nach Ottawa geht, hoffen wir mitzuerleben, wie unsere Herren im eigenen Land Europameister werden.

football-aktuell.de:

Hattest Du schon Möglichkeiten, Dich über die Passabwehr Schwedens und Kanadas zu informieren?

Jeanette Beastoch:

Ich habe über youtube.com nur Spiele der IWFL gesehen. Von den anderen Teams weiß ich bisher nichts. Gegen die Schwedinnen habe ich bereits letztes Jahr bei der Flag-EM gespielt und eines Wissens nach waren das alles auch Spielerinnen der Tacklenationalmannschaft. Im Flagfootball haben wir sie geschlagen, was aber wohl wenig über das bevorstehende Tacklespiel aussagt.

football-aktuell.de:

Was glaubst Du, ist für Euch in Stockholm möglich?

Jeanette Beastoch: Der dritte Platz sollte möglich sein.

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Wie meine Suche nach ein wenig Bewegung..

19.06.10

Autor: Bettina Janssen | Kategorie: Bettina Janssen, Blog, Inside the Team

..im Kader der Nationalmannschaft endete

Wie konnte das eigentlich passieren, dass ich mit einem Hobby startete und nun in Kürze als Mitglied der Nationalmannschaft die deutsche Nationalhymne im Stadion Zinkensdamm schmettern werde?

Vor vielen Jahren, es muss so um 1995 gewesen sein, rutschte ich nach und nach, Dank der footballbegeisterten Familie meines damaligen Freundes, Stück für Stück in das Lebensgefühl American Football. Die Spiele wurden nachts von den wenigen Freunden, welche die Spiele empfangen konnten, auf Video aufgenommen und im Freundeskreis frisch vervielfältigt verteilt.

So richtig packte mich allerdings erst die Begeisterung für den Sport beim XXXII. Superbowl der Greenbay Packers gegen die Denver Broncos. Das Spiel war das spannendste, welches ich bis dahin gesehen hatte und der Quaterback der Denver Broncos, Jon Elway, spielte mit soviel Herz und Seele, wie ich es noch nie in einem anderen Sport erlebt hatte. Diesen Sport wollte ich auch ausprobieren! Nur wie und wo testet frau einen männlich dominierten Testosteronsport?

Als sei meine Frage erhört worden, fand ich ich 1999 eine Anzeige im lokalen Veranstaltungskalender. Die Mülheim Shamrocks suchten für ihre Damenmannschaft Verstärkung und luden zum Probetraining ein. Mir gefiel besonders, dass Mädchen und Frauen jeglicher Figur und jeglichen Alters gesucht wurden. Da ich schon immer eher von der „mopsigen“ Sorte gewesen bin, kam mir das natürlich entgegen. Ich schnappte mir meine Mitbewohnerin und schleppte sie zum Wintertraining.

Der Trainer jagte uns in der Woche Runde um Runde um den winterlichen Sportplatz und am Sonntag über den Zirkel in der Sporthalle. In der Sporthalle bekamen wir auch in Theoriestunden die Grundlagen von American Football und später auch die Spielzüge beigebracht und in kleinen Gruppen nötigen technischen Grundlagen und Bewegungsabläufe.

Die Mannschaft war (und ist es bis heute) ein Sammelsorium von Charakteren, die mich von Anfang an begeisterte. Ich war vorher bereits im Schwimmverein gewesen und war jahrelang im Reitverein Springreiter, aber so wohl hatte ich mich noch in keiner Sportgruppe gefühlt.

Dann kam das erste Außentraining in voller Ausrüstung auf mich zu. Mir wurde mitgeteilt, dass nun wirklich Football gespielt wurde, und in meinem ersten Training wurde ich über den Platz geschoben, getackled und geblockt. Ich spürte nach dem Training Muskeln von denen ich vorher noch nicht einmal geahnt hatte, dass ich diese überhaupt hatte! Aber nie zuvor hatte ich mich so wohl nach einer Sporteinheit gefühlt.

Das erste Spiel folgte und ich fühlte mich völlig planlos auf dem Feld (war ich auch wahrscheinlich). Rief der Trainer eigentlich nur meinen Namen über das Feld? Spiel auf Spiel folgte und die Theoriestunden fügten sich nach und nach mit der Praxis zu einem Ganzen zusammen. Neben dem Sport an sich hatte ich in meiner Mannschaft einen neuen, festen Freundeskreis gefunden. Jahr auf Jahr folgte; für mich entwickelte sich meine Mannschaft zu einer Art Familie. Wir durchleben gemeinsam Erfolge und Niederlagen; wir feiern zusammen genauso, wie es manchmal im Gebälk kracht. So gehört es sich eben und so ist das in einer Horde Weiber.

Mittlerweile spielten wir gegen Mannschaften in ganz Deutschland, die Bundesliga wurde gegründet, man teilte sie sogar in 1. und 2. Bundesliga auf. Und dann, 2009, nach mehreren Jahren in der 1. Bundesliga der Damen, platze in Football-Deutschland die Bombe. Es sollte eine weibliche Nationalmannschaft geben, die in Schweden bei der Weltmeisterschaft in antreten wird.

Die Trainer der Mannschaften sollten die Favoriten Ihrer Mannschaft zum Try-Out senden, zum ersten Auswahlverfahren. Ich war leider nicht dabei. Mein Trainer hatte zu Recht meine beruflich bedingte geringe Trainingsbeteiligung berücksichtigt und mich nicht vorgeschlagen. Geknickt nahm ich das hin.

Ich freute mich natürlich für die Vorgeschlagenen aus meinem Team, knabberte aber dennoch an meinem angekratzten Ego. Ein Trainer einer befreundeten Mannschaft schlug mich nachträglich vor und legte ein gutes Wort für mich ein (Danke nochmals, Tom!), so dass ich schlussendlich doch noch zum Try-Out nach Köln eingeladen wurde. Ich rannte, sprang, und spielte mir die Seele aus meinem untrainierten Leib. Ich kämpfte auf dem letzten Zahnfleisch. Wenn ich es nicht jetzt schaffen würde in den Kader der Nationalmannschaft aufgenommen zu werden, wann dann?

Einige Wochen und abgenkabberte Fingernägel später stand der erweiterte Kader fest, der zum ersten Trainingslager in Silberborn eingeladen wurde und ich war dabei! Über 100 Mädchen und Frauen trafen sich über ein verlängertes Wochenende, um den Trainern der Nationalmannschaft zu zeigen, dass sie in den Kader der 45 Auserwählten gehörten. Drei Tage in Regen und Schlamm voller Emotionen und Hoffnungen, Kälte und Müdigkeit zahlten sich aus. Der endgültige A-Kader stand fest und ich hatte es geschafft. Drei meiner Shamrock-Mannschaftskollegen und auch ich sind nun auf dem sicheren Weg nach Schweden zur WM in Stockholm. Tag für Tag trudeln Emails mit Anweisungen und Ablaufplänen in meine Mailbox und Tag für Tag kann ich es weniger glauben, dass wir in ein paar Tagen schon in das Vorbereitungslager in der Nähe von Berlin reisen, um ab dem 27. Juni an der Womens World Championship teilzunehmen. Am 29. Juni treffen wir auf unseren ersten Gegner, die Nationalmannschaft unserer Gastgeber Schweden.

Ich bin mit meiner Nationalmannschaft unterwegs in unser Sommermärchen.

Wer hätte das vor 11 Jahren gedacht?

Ergänzung:

Bettina schreibt auch für die Lokalzeitung. Der Artikel erschien auch hier:

http://www.lokalkompass.de/wesel/sport/wie-meine-suche-nach-ein-wenig-bewegung-im-kader-der-nationalmannschaft-endete-d2837.html

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Medical Staff – Bunt gemischt und erfolgreich

17.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Inside the Team, Staff

Damit ein Football Team einwandfrei funktionieren kann,  braucht es viele Rädchen, die reibungslos ineinander greifen. Drei Rädchen davon bilden die medizinische Abteilung, die für die Spielerinnen besonders wichtig ist. In der Frauen-Nationalmannschaft sind dies der Teamdoktor Dr. Marco Ezechieli und die beiden Pysios Meike Behrens-Brammertz und Steffen Schwarz. Für die drei beginnt der Tag bei der Nationalmannschaft schon sehr früh. Wenn nach dem Frühstück schon ein Training angesetzt ist so wie im Camp in Silberborn, dann müssen alle Spielerinnen bereits getapt zum Frühstück erscheinen. Bei 45 Spielerinnen können das bis zu 90 Füsse werden, dazu ein paar Hände, Finger oder andere Blessuren, die behandelt werden müssen. Während des Trainings müssen sie dann vor Ort sein, falls sich im Training jemand verletzt. Nachdem Training sind die Zimmer des Arztes und der Physios dann auch beliebte Anlaufstationen für die Spielerinnen. Selbst wenn man keine Verletzung hat, aber das eine oder andere Wehwehchen will auch behandelt sein. Schliesslich sollen ja alle Spielerinnen am nächsten Tag wieder Höchstleistungen bringen. Nur während der Video- und Theorieeinheiten hat die medizinische Abteilung dann Zeit. Genutzt wird sie, um erst einmal die Vorräte und das Material wieder auf Vordermann zu bringen. Aber dann gibt es endlich Freizeit. Meike Behrens-Brammertz nutzte die Zeit zum Lesen und Lernen Sie bereitet sich zur Zeit auf die Prüfung einer beruflichen Weiterbildung vor. Im Hamburg bietet sie Mobile Massagen an. Als einzige der drei hat sie bereits vor der Frauen-Nationalmannschaft eine Bindung zum American Football. Ihre Schwester spielt aktiv bei den Hamburg Amazons.  

Daraus ergibt sich die Frage: Wie kommen die beiden Herren zum American Football?

Steffen Schwarz aus Hohen Neuendorf bei Berlin arbeitet seit 2009 im Ambulanten Rehazentrum Märkisches Viertel  als Physiotherapeut mit umfangreicher Zusatzausbildung. Seine sportliche Heimat liegt eigentlich beim Rugby.  Als Kapitän spielt er mit Hohen Neuendorf erfolgreich in der zweiten Bundesliga und peilt den Aufstieg in die höchste Spielklasse an. Er hat es schon auf zwei Einsätze in der U18 Nationalmannschaft  gebracht und bringt als auch hier viel Erfahrung mit. Deutschland gehört übrigens zu den besten Amateurligen weltweit und versucht den Anschluss zu finden an Länder mit professionellen Rugby-Ligen. Rugby und American Football haben als Sportart zwar die selben Wurzeln, haben sich aber doch sehr unterschiedlich entwickelt. Wie kommt ein Rugby-Spieler dann zum American Football.  Als die Team-Managerin Mariam Khamsi-Strauch beim Reha-Zentrum nachfragte nach möglichen Kandidaten für den Posten als Physio, dachte sich Steffens Chefin: Das ist doch der gleiche Ball, da fragen wir doch mal den Steffen. Und der war begeistert von der Idee und sagte gerne zu. Und was Steffen Schwarz für die Nationalmannschaft so besonders wertvoll macht. Als Personaltrainer und Sporttherapeut ist er jetzt für die Athletik der Spielerinnen verantwortlich. Dazu gehört unter anderem das Aufwärmprogramm. „Ich war doch schon ziemlich beeindruckt von der Organisation auf und außerhalb des Platzes gerade bei so vielen Mädels. Wie schwierig das ist hab ich gerade bei den ersten beiden Erwärmungen mitbekommen. Ich bin es ja gewöhnt mit 30 Leute zu arbeiten,  aber bei über 70 Mädels musste ich dann schon schlucken.“ Aber auch das hat er in den Griff bekommen und nach dem Camp einen engagierten Fitnessplan für die Spielerinnen erstellt. „Die Ausdauer war bei den meisten Spielerinnen ziemlich gut und an Kraft und Stabilität haben wir jetzt gearbeitet“. Die Freizeit im Camp nutze Steffen oft zum Billardspielen mit seinem Kollegen Dr. Marco Ezechieli aus Hannover.

Dessen Lebenslauf klingt sehr nüchtern. Geboren 1978, verheiratet, ein Kind, seit 1999 Studium in Magdeburg und Hannover mit Approbation 2005, heute  in der Orthopädie der MHH im Annastift tätig. Aber wenn man genauer hinschaut, wird es sehr spannend. Als Sohn eines Italieners und einer Deutschen lebte er die ersten vierzehn Jahre seines Lebens in Kolumbien. Er spricht fünf verschiedene Sprachen. Nach der Bundeswehr spielte er ein Jahr lang Tennis auf der ITF Tour, bevor er mit dem Studium begann. Schon sehr früh hat er dabei den Schwerpunkt auf die Sportlerbetreuung gelegt. Ein Höhepunkt in seiner Arbeit war dabei die Betreuung der Feldhockey Europameisterschaft als Sportarzt. Seit 2009 betreut er mit einem Kollegen die Hannover Scorpions in der Deutschen Eishockey Liga. Nach schlechtem Saisonstart konnten sich die Scorpions nicht nur für Playoffs qualifizieren, sondern wurden am Ende zum ersten Mal Deutscher Meister. „Mit jeder weiteren Runde stieg die Spannung. Der Sieg im Finale war für Trainer Zach, die Mannschaft und Hannover ein toller Erfolg und für mich persönlich eine tolle Erfahrung Teil des Erfolges zu sein“. Auch bei Dr. Ezechieli war es der Vorgesetzte, der die Anfrage weitergeleitet hat und den Kontakt herstellte.  „Es hat Spaß gemacht in Silberborn eine so große Anzahl an Sportlerinnen zu betreuen und in Zusammenarbeit mit den Physiotherapeuten die Spielerinn fit zu machen. Es ist eine Herausforderung verschiedene Spielertypen zu behandeln und spezifisch auf den einzelnen Positionen auf Verletzungen zu reagieren.“

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Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

15.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Blog, Inside the Team, Staff

Es vergeht eigentlich kein Tag mehr, an dem ich nicht irgendwas für die Nationalmannschaft zu tun habe. Manchmal nur Kleinigkeiten, ein Anruf oder ein E-Mail, manchmal aber auch mehr. Oft ist Arbeit ja auch mit angenehmen Dingen wie netten Gesprächen mit Journalisten oder Fotografieren beim U19 Auswahl-Spiel verbunden. Für mich hält sich das aber noch in Grenzen.

Ich möchte den Blick lieber auf Christiane Langkamm lenken. Für Christiane vergehen bestimmt keine sechs Stunden, ohne dass es etwas für die National-Mannschaft zu tun gibt. Manchmal bekam ich am Tag drei Updates, wie meine Reiseroute nach Schweden nun verläuft. Be der endgültigen Lösung fahre ich am Samstag Abend mit dem Equipment-Wagen nach Stockholm, um am Sonntag dann unsere Gegner zu filmen. Damit alles passt, hat Christiane nicht nur die Reise geplant, sondern auch gleich den Pressetermin am Samstag so zeitlich angepasst, dass ich den auch über die Bühne bringen kann und er trotzdem in den Trainingsplan passt.

Als die Anreise der Coaches nach Berlin zur Frage stand, bekam man gleich drei Vorschläge. Aber nicht nur einfach Vorschläge, sondern komplette Reiseangebote:

A: Auto mit Kilometerangabe, Dauer und Kosten
B: Zug mit Abfahrt und Ankunftszeiten, Umsteigebahnhof undKosten
C: Flug mit Uhrzeit, Fluggesellschaft, Kosten

Man brauchte nur noch zu wählen, welche Alternative einem am besten zusagte. Und als ich beim Zugticket den Hinweis auf die notwendige Platzreservierung anbrachte, bekam ich gleich einen Telefoanruf: „Was denkst denn Du? Natürlich bestelle ich die mit..“. 😉

Christiane ist immer aktiv und versucht überall jede Sache bis in Kleinste zu optimieren. Den Komfort sollten alle schon zu spüren bekommen haben. Man hat, sowie bereits im Camp, immer das Gefühl, komplett umsorgt zu sein. Und daneben kommt sie auch immer wieder mit guten Ideen, auch für die Pressearbeit.

Ihr EMail-Fach muss eigentlich ständig überquellen. 30 bis 40 Mails pro Tag nur für die Nationalmannschaft sind wohl keine Seltenheit. Mails mit Inhalt nicht nur einfach Spam. Mails die auch beantwortet werden müssen.

Warum ich das schreibe, obwohl Christiane lieber im Hintergrund bleiben will und eine Lobpreisung  hier gar nicht so gerne lesen wird? Zum einen, weil sie es jetzt schon verdient hat, zum anderen weil ich imMoment gerade nichts anderes für die Nationalmannschaft zu tun habe.  Ich werde mal meine EMails abrufen oder die TODO-Liste checken.  Dann wird sich dieser Zustand des Nichtstuns bestimmt auch wieder ändern….

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Auf gen Stockholm – Der Countdown läuft!

14.06.10

Autor: Birgit Schwenk | Kategorie: Birgit Schwenk, Blog, Inside the Team

Ich glaube es wird mal wieder Zeit für einen Beitrag aus dem schönen Rheinhessen.

Irgendwie stacheln mich die schriftlichen Ergüsse meiner Mitspielerinnen dazu an, wieder etwas zu verschriftlichen, was mir schon die ganze Zeit im Hirn herumschwirrt.

Die Frage ist lediglich, mit was fange ich an? Mit dem Trainingsplan von Steffen, dem ich in meinem propperen Terminkalender auch noch Platz einräumen muss, oder erzähle ich davon, wie mich die NADA und sämtlicher Verwaltungsschnodder in Atem hält?

Ich habe viele Dinge, die mir immer wieder im Kopf herumspuken. Meistens in den Momenten, wo ich unbeobachtet und alleine bin – in meinem Auto also.

Mein Auto, auch so ein Thema. Das was ich bis jetzt ins Projekt „Leistungssport“ gesteckt habe, reichte damals zur Anschaffung meiner blauen Schleuder. Kein neuer Zahnriemen, auch keine Sommerreifen, die Kupplung muss auch noch warten. Hoffentlich lohnen sich diese ganzen Sparmaßnahmen, und ich darf Starter spielen und/oder mit einer Medaille nach Deutschland zurückreisen.(*.*)

Eine Medaille – hach wäre das schön! Die bekäme von mir einen Ehrenplatz! An meiner Wohnzimmerwand, genau neben den Pokalen, die ich bei meinen Turnieren im Reiten bekommen hab, damals als ich noch nicht meine „kleine“ Ente hatte.

Ohje…die Ente…was mache ich nur mit der, während ich in Schweden bin?! Gut, auf seiner Weide wird das Tier sicher so schnell nicht verhungern, aber was tun ohne die soziale Zuwendung, die der Herr Schwenk abends genießt? Wird er leiden? Werde ich leiden? Wahrscheinlich eher ich als er, deshalb kommt auch ein Foto von ihm mit ins Gepäck! (Für die Unwissenden…ich rede von meinem Pferd)

Gott sei Dank habe ich eine gute Seele, die uns auch jetzt schon da, wo Zeit Mangelware ist, unter die Arme greift und auch mal eine Extra-Pferdeschicht einlegt, wenn ich ein Spiel oder in Mainz Training habe. Ich glaube der Guten sollte ich mal Danke sagen, genau wie meinen anderen Stallmädels, die sich übrigens nicht lumpen ließen und mir zum Geburtstag eine Finanzspritze zur „Gesunderhaltung der Gehirnzellen“ (Neuer Helm) gegeben haben.

Eigentlich muss ich noch mehr Menschen Danke sagen, denn ohne Unterstützung von außen wäre auch bei mir dieses Projekt nicht zu realisieren. Meinen Kollegen muss ich danken, da sie mir ermöglichen meine Überstunden in Schweden zu verbraten und einiges aushalten, wenn ich mal wieder von Schweden, WM und manchen Scherereien vor mich hin fasel. Ich glaube, mich würde das ganz schön nerven! Wie gut, dass nicht ICH die Idee hatte unser Büro in Schwarz-Rot-Gold zu dekorieren und ein Schild mit „Team Germany“ an die Tür zu hängen! (^.^)b

Mein Bruder und seine noch Freundin verdienen auch einen kleinen Dank. Immerhin verpasse ich durch die WM die Hochzeit der beiden. Parole aus dem Lager im Westerwald ist „Hol uns eine Medaille, das reicht als Hochzeitsgeschenk!“ Na dann, auf in den Kampf würde ich sagen!

Spiel, Satz, Sieg… Nein verdammt, falsche Sportart! Ich spiele American Football und kein Tennis. Aber auch da muss man seine Sachen alle beisammen haben, was mich mit einer äußerst eleganten Überleitung zu meinem nächsten Thema bringt. Was packe ich ein. Yvonne hat es ja schon geschrieben, 20 Kilo inkl. Ausrüstung. Das wird bei mir kleinem Walfisch eine Herausforderung. Kann man im neuen Hotel Wäsche waschen? Wie viele Paar Schuhe nimmt Frau mit? Kann das Täschchen mit dem Mädchenkram ins Handgepäck? Ist der Mascara evtl bombenfähig? Tasche oder Trolli? Wie viel Unterwäsche passt in meinen Helm? Ist ein Fön überlebenswichtig? Brauche ich mehr lange Sachen, oder mehr kurze? Hat die Bahn bis Berlin einen VIP-Wagon für uns, oder können wir uns in die erste Klasse schmuggeln? Glaubt ihr, da passt noch eine kleine Deutschlandflagge ins Gepäck? Mit oder ohne Adler? Nehme ich meinen Lappi mit, um euch auf dem laufenden zu halten, und lasse dafür ein Buch zu hause? Wo packe ich den Fotoapparat hin? Fragen über Fragen….

When I get older, I will be stronger. They’ll call me freedom, just like a Waving Flag“ Diese Zeilen bringen mich zu dem, was am Freitag war. Startschuß zu vier Wochen Fußballfieber. Beim Public viewing kann ich schon mal meine Textsicherheit unter Beweis stellen. Ich befürchte allerdings, dass ich in Stockholm einige Taschentücher brauche, wenn wir gemeinsam singen „Einigkeit und Recht und Freiheit…“

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Grüß Gott Frau Doktor – Dich gibt es ja zweimal!

13.06.10

Autor: Jörg Schlüter / Huddle | Kategorie: Blog, Fakten über das Team, Inside the Team

Sandra Lemmer spielt in der neuen Frauenfootballnationalmannschaft auf der Defensive Line und beweist, dass eine „Linewoman“ keineswegs auf den Kopf gefallen sein muss. Die 32-jährige Münchnerin verfügt über einen Doktor-Titel in Deutscher Philologie und stand uns freundlicherweise Rede und Antwort.

Football-aktuell.de:

Hallo Sandra, Du bist in unserer kleinen Serie, die am südlichsten gelegene Sportlerin. Gab es während der Camps Verständigungsschwierigkeiten mit den norddeutschen Vertreterinnen?

Sandra Lemmer:

(lachend) – Nein, eine babylonische Sprachverwirrung gab es in Silberborn nicht. Ich bin zwar geborene Münchnerin und kann aufgrund meiner Berchtesgadener Wurzeln tatsächlich tiefstes Oberbairisch reden, spreche aber im Alltag recht dialektfreies Hochdeutsch. Dabei mag ich Dialekte sehr; ich finde es schön, wenn meine Mitspielerinnen mit dialektaler Färbung sprechen. Ich kann mich nicht erinnern, je etwas davon nicht verstanden zu haben. Im Gegenteil. Das ist Musik in meinen philologischen Ohren.

Football-aktuell.de:

Wie bist Du zum Football gekommen? Sind die Munich Cowboy Ladies aktiv gewesen? Vielleicht kannst Du uns noch etwas zu Deiner Person erzählen?

Sandra Lemmer:

Ich wurde vor fünf Jahren beim Ausgehen auf der Tanzfläche von einer Spielerin der Munich Cowboys Ladies angesprochen. „Wer in solchen Boots tanzen könne, der mache sich sicherlich auch auf dem Footballrasen nicht schlecht“, so ihr Gedanke. Ich hatte unlängst mit dem Gedanken an American Football geliebäugelt; das Angebot des Probetrainings nahm ich begeistert an und war fortan diesem großartigen Sport verfallen.

Ich war bis dahin beim Sport stets Solist – meilenweite Läufe, große Radstrecken, Kraftsport habe ich immer allein absolviert. Ich habe mir das für mein individuelles Training bewahrt, genieße aber auch die Teamtrainings sehr. „One for all, and all for one“ ist für mich nicht nur Schlachtruf der Munich Cowboys Ladies, sondern ein tief empfundenes Gefühl. Es nun mit der Nationalmannschaft teilen zu können, macht mich überglücklich.

Ich bin übrigens 32 Jahre alt und wurde am 30. Mai in München geboren. Ich habe nach meinem Abitur an der LMU Germanistik und Psycholinguistik studiert und 2007 in Mediävistik (Sprache und Literatur des Mittelalters) promoviert. Ich arbeite im Zentralen Qualitätsmanagement eines großen Marktforschungsinstitutes.

Football-aktuell.de:

Wir haben in unserer Serie bisher ganz junge, große, kleine Single-Löwenmütter und Nationalspielerinnen, die ganz lange zum Punktspiel und Training fahren müssen und auch Spielerinnen, die mit Wikingerhelmen während eines GFL-Spieles herumlaufen. Vielleicht kannst Du auch mit einer ganz besonderen Begebenheit aufwarten, die Dich auszeichnet.

Sandra Lemmer:

Da siehst Du mal, ich bin weder besonders jung, noch uralt. Ich bin irgendwas zwischen groß und klein und lief bislang weder in Dirndl noch Lederhose herum. Dennoch falle ich bei Heimspielen auf, weil es mich zu solchen Anlässen im Stadion zweimal gibt. Meine eineiige Zwillingsschwester (sie spielt nicht Football) wird immer wieder von Mitspielern und Coaches auf das Feld gebeten, weil sie annehmen, sie sei ich.

Darüber hinaus divergiert vermutlich meine „Spielvorbereitung“ von jener meiner Mitspielerinnen. Während sie sich mit aufpeitschender Musik aufheizen, in Spiellaune bringen, versuche ich, meine Nervosität vor einem Spiel mit meditativer Musik in den Griff zu bekommen. Meine Spiellaune ist erreicht, wenn ich die Schnappatmung kontrollieren kann.

Football-aktuell.de:

Wie glaubst Du, wird sich der Frauenfootball in Deutschland noch verändern? Wird er athletischer? Wird er in Zukunft von der Öffentlichkeit stärker

wahrgenommen werden? Wird er schneller, technisch anspruchsvoller?

Sandra Lemmer:

Der Sport ist gewachsen und wächst weiter. Das Wachstum erkläre ich mir einerseits mit der Faszination Football. Für mich, für die Football (m)ein Lebensgefühl darstellt, ist es unvorstellbar nach einem Training nicht dabei zu bleiben. Nicht „infiziert“ zu sein. Zum anderen dürfte die Einführung der zweiten Liga einen entscheidenden Rückenwind gebracht haben. Ein Team braucht weniger Spielerinnen, um am Spielbetrieb teilnehmen zu können. Das motiviert natürlich – man trainiert nicht nur vor sich hin, sondern kann sich in Spielen mit anderen Teams messen. Das weckt Leistungswillen. Und der wiederum steigert das Spielniveau; der Sport wird schneller, anspruchsvoller und athletischer.

Auch die U-19 Auswahl und die Nationalmannschaft führen meines Erachtens zu einem Leistungsdenken, das ambitionierte Spielerinnen für den Sport begeistern wird. Und das gleichermaßen Aufmerksamkeit und Interesse einer Öffentlichkeit evoziert. Man kennt das ja von anderen Sportarten: je leistungsorientierter Wettkämpfe stattfinden, umso mehr Zuschauer bejubeln „ihre“ Sportler. Während in Kreisligen bestenfalls Mütter und Väter die Zuseherränge einnehmen, füllen Weltmeisterschaften riesige Stadien.

Auch wenn dies im Falle von American Football vermutlich bestenfalls meine Urenkelin erleben dürfte, bin ich zuversichtlich, dass Frauenfootball in Deutschland zunehmend an Popularität gewinnen wird und sehr dankbar, eine Spielerin der frühen Stunden des American Football in Deutschland sein zu dürfen.

Football-aktuell.de:

Wie bereitest Du Dich auf die WM speziell vor?

Sandra Lemmer:

Ich trainierte bereits vor meiner Nominierung sehr ambitioniert und ehrgeizig. Ich mag es, mich zu schinden und mir selbst viel abzuverlangen. Wenn ich nicht mehr kann, wenn meine Grenzen anscheinend erreicht sind, lege ich noch ein Schippchen drauf. Wir haben einen Trainingsplan erhalten, den ich in mein tägliches Training integriere. Ein wesentlicher Bestandteil der Vorbereitung besteht auch in der Lektüre und der Verinnerlichung des Playbooks. Was nützt ein exzellent vorbereiteter Körper, wenn der Kopf diesen nicht zu dirigieren weiß?

Football-aktuell.de:

Welche Chancen werdet ihr in Stockholm nach Deiner Meinung haben?

Sandra Lemmer:

Wir werden in Schweden auf sehr gute Gegner treffen; USA und Kanada scheinen auf den ersten Blick geradezu übermächtig. Dennoch bin ich optimistisch (und hoffentlich auch realistisch): ich möchte gerne mit einer Medaille um den Hals aus Stockholm zurückkehren. Bronze halte ich für machbar. Silber und Gold für einen Griff in die Sterne. Aber auch die sollen ja hin und wieder erreichbar sein. In erster Linie wünsche ich mir, dass wir ein gutes Turnier spielen können und eine sehr gute Leistung abrufen können.

Football-aktuell.de:

Fahren auch Verwandte und Bekannte nach Stockholm, um Euch anzufeuern?

Sandra Lemmer:

Ja, auch nicht nominierte Spielerinnen, Familien und Freunde von Kader-Spielerinnen fahren nach Stockholm, um uns anzufeuern. Ich finde diese Unterstützung klasse und beflügelnd.

Football-aktuell.de:

Vielen Dank für Deine Zeit und interessanten Antworten.

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Alle müssen an einem Strang ziehen

12.06.10

Autor: Jörg Schlüter / Huddle | Kategorie: Blog, Fakten über das Team, Inside the Team

Robert Melzer ist der „Trabi“ unter den Coaches in der neuen Frauen-Nationalmannschaft und gilt mittlerweile im Team als der rasende und rastlose Robert. Im Auswahlteam ist er zuständig für die Wide Receiver und die Special Teams. Beruflich ist der Flugbegleiter auf dem Weg sich neu zu orientieren und hofft bald auf eine Ausbildungsmöglichkeit zum Erzieher.

Pausen kennt der gute Trabi nicht und der Sprecher der Nationalmannschaft, Andreas Gebek berichtet von der Melzerischen Arbeitsweise mit Respekt: „Die Analyse von 90 Minuten Special Team Testing erledigt er nebenbei zwischen den Einheiten, Videoscouting und Theorie. Ein Phänomen dieser Mann. Er scheint nie müde zu sein, ist immer aktiv. Seine Spielerinnen können sicher sein, dass er ständig für sie da ist und ihnen alle Informationen gibt, damit sie besser werden können.“

Über seine Methoden und Analyseansätze gibt Robert Melzer entsprechend gerne Auskunft: „Wenn ich mich für ein Team interessiere, dann bediene ich mich zuerst hauptsächlich im Internet. Zuerst suche ich nach dem betreffenden Team, schaue mir auf „Youtube“ zum Beispiel Spiele und Fotogalerien an, analysiere die Coaches. Wenn ich die Lebensgeschichte eines gesuchten Trainers kenne, weiß ich, wo er bereits trainiert und nach welchen Spielsystemen er gearbeitet hat, beziehungsweise wie seine momentane Arbeitsweise ist. In Fotogalerien kann ich erkennen, wie zum Beispiel unser gesuchter Coach zwei Safeties in der Defense einsetzt. Entsprechend kann ich im Training unsere Offense postieren.“

Mittlerweise hat sich Robert Melzer einen groben Überblick über die Teams USA, Kanada und Schweden verschaffen können. „Für die USA spricht, dass sie aus dem Vollen schöpfen können und die wirklich besten Spielerinnen ihrer Liga mitbringen können. Sie sind schnell und ein besonderer Maßstab. Aber – selbst wenn die USA in den Spielen nur knapp gewinnen sollten, wäre dieses sicherlich für sie eine Enttäuschung und würde ihr Ego angreifen. Das wäre unsere Chance. Entsprechend sind alle anderen Teams die „Underdogs“. Kanada wird es auf ein Kräftemessen mit den USA ankommen lassen. Zwischen beiden Ländern herrscht wie im Eishockey ein ganz besonderer freundschaftlicher Wettbewerb. Schweden sollten wir packen können. Auch wenn die Mannschaft bereits schon gegen Finnland gespielt hat, so hat sich unser Frauen-Football schneller als im gesamten skandinavischen Raum entwickelt.“

Zu einer Analyse gehört natürlich auch die interne Selbstbetrachtung. „Ich muss mich zuerst fragen, was ich überhaupt für ein Personal zur Verfügung habe. Sind es schnellere Spielerinnen oder eher langsamere Athletinnen. Entsprechend wird das Playbook aufgebaut. Es muss vor allem allgemeinverständlich gehalten werden. Die Terminologie soll zum Team passen und die Spielerinnen sollen so wenig wie möglich auswendig lernen, sondern eigenständig erfassen, was der Trainer erreichen möchte.

Coach Melzer, der auch als Offensive Coordinator beim Herren-, als Berater beim Frauenteam der Spandau Bulldogs und beim AFVBB als Mitglied der Prüfungskommission für C-Lizenztrainer aktiv ist, steht seinen Spielerinnen übrigens auch zwischen den Camps gerne zur Verfügung und lädt sie zu einem Ideenaustausch und Fragenwettbewerb ein. „Wer fragt, erhält auch prompt eine Antwort. Das garantiere ich. Sonja aus Mainz, Pia aus Mülheim, Jeanette aus Nürnberg haben es bereits getan und auch ihre Antworten und Tipps postwendend erhalten.“

Er vergisst natürlich auch nicht über die Fortschritte im Frauen-Football zu erzählen und erinnert sich an die Anfänge: „Mitglied in diesem Team zu sein ist eine besondere Ehre. Das gilt auch für jeden Coach. Ich hätte nie gedacht, dass die Entwicklung so schnell voran gehen würde und dass wir heute bereits über zwei Ligen verfügen. Die Kobra Ladies zum Beispiel sind mit einem kleinen Kader schon mehrmals Meister geworden. Sie zeigen uns: Wer sich richtig engagiert, kann auch erfolgreich sein. Sie spielen keinen komplizierten Football, sondern ein System, welches zu Ihnen passt und sie beherrschen es. Vor allem ziehen in Berlin alle an einen Strang und jeder kämpft für jeden – so sollte es auch bei der ersten deutschen Frauen-Nationalmannschaft sein!“

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So lange Football spielen, wie die Füße einen tragen…

11.06.10

Autor: Jörg Schlüter / Huddle | Kategorie: Blog, Fakten über das Team, Inside the Team

Zu den jungen Talenten im Damenfootball gehört auch Ariane Parusel von den Berlin Kobra Ladies. Ihre Gedanken zur WM-Vorfreude teilte uns die Verteidigerin gerne mit.

Football-aktuell.de: Hallo Ariane, Stell Dich doch zuerst bitte einmal für uns vor.

Ariane Parusel: Also ich heiße Ariane Parusel, 19 Jahre alt und mache momentan mein Abitur. In meinem verein, den Berlin Kobra Ladies spiele ich Offensive und Defensive Line. Natürlich kann es auch mal vorkommen dass ich als Linebacker einbringe. In der Nationalmannschaft spiele ich Defense End.

Football-aktuell.de: Gibt es auch noch etwas Anderes außer Football in Deinem Leben?

Ariane Parusel: Welches Leben? Nein, war nur ein Spaß. Na ja, wie gesagt, ich mache im Moment mein Abi, in das ich in dem letzten Jahr viel zeit investieren musste.

Football-aktuell.de: Wie bist Du denn zum Football gekommen? Seit wann spielst Du schon Football?

Ariane Parusel: 2003, zu der Zeit habe ich schon sechs Jahre Leichtathletik betrieben, bin ich mit meiner Mutti nach Erkner gezogen. Dort habe ich mit Football das erste Mal etwas zu tun bekommen, weil der Leichtathletikverein parallel mit den Footballern Training hatte. Diesen Sport fand ich sofort faszinierend. Nun hieß es nur noch mit 12 Jahren meine Mutter zu überreden, dass ich diesen Sport ausprobieren darf. Somit spiele ich jetzt schon seit 2003 American Football.

Football-aktuell.de: Glaubst Du, dass Du Dich als Starterin in der Nationalmannschaft durchsetzen kannst?

Ariane Parusel: Ich muss dazu sagen, dass ich als Defense End noch nicht so erfahren bin, aber ich kann es nur so sagen, dass ich mein Bestes geben will und werden und der Rest ist den Coaches überlassen!

Football-aktuell.de: Hast Du bis zum Abschlusscamp in Straussberg noch Kontakt zu Deinen Nationalmannschaftskolleginnen und Coaches?

Ariane Parusel: Wir Spielerinnen treffen uns ja bei den Punktspielen der DBL 1 und alle beglückwünschen sich gegenseitig zur Aufnahme in die Nationalmannschaft.

Football-aktuell.de: Was glaubt Du, ist in Stockholm sportlich möglich?

Ariane Parusel: Ich glaube, Deutschland ist im Frauenfootball schon fortgeschritten. Das sieht man auch daran, dass wir zwei Ligen haben. ich glaube auch, dass das ganze Team plus Staff und Coaches sämtliche Energie in diese WM stecken.

Football-aktuell.de: Und wie finanzierst Du die WM-Kosten?

Ariane Parusel: ich bin Schülerin – Ich habe sie vorgeschossen bekommen. Von der Familie und Freunden. Und nun versuche ich mit kleinen Jobs, sofern die Abiprüfungen mir Zeit lassen, dass Geld wieder reinzukriegen, um es zurückzuzahlen!

Football-aktuell.de: Hast Du schon Vorstellungen, was passiert, wenn Ihr nach Deutschland zurückkehren würdet und ihr hättet den Titel im Gepäck?

Ariane Parusel: Ich kann es ja jetzt noch nicht mal fassen, dass ich bei einer WM dabei sein darf. Mir wird es wahrscheinlich erst klar werden, wenn zwei unterschiedliche Nationalhymnen gespielt werden.

Bei der deutschen Meisterschaft wird ja nur eine gespielt! – und wenn wir den Titel im Gepäck hätten, könnte ich es wahrscheinlich auch erst einmal nicht realisieren. Aber ich wäre stolz, auf die Mädels, Coaches, Staff – auf die erste Nationalmannschaft im Frauenfootball im Jahre 2010.

Football-aktuell.de: Wie wird es nach der WM für Dich sportlich weitergehen?

Ariane Parusel: Ich werde versuchen, so lange weiter Football spielen, wie es mir möglich ist.

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