Archiv für ‘Inside the Team’ Kategorie

QB Gabi Duvinage: „Nächstes Ziel – WM 2013“

14.07.10

Autor: Jörg Schlüter / Huddle | Kategorie: Blog, Inside the Team

Die ersten Tage nach der Rückkehr in die Heimat hat der erste deutsche weibliche Quarterback einer Footballnationalmannschaft noch ein wenig surreal in Erinnerung: „Ich habe mich so gefühlt, als wenn ich von einer Reise vom Mond zurückgekommen wäre und mich nun fragen würde, was denn jetzt noch folgen könnte. Die Erlebnisse der WM in Schweden und die 10 Tage eines sehr geregelten Tagesablaufes haben Spuren hinterlassen“, erklärt Gabi Duvinage. „Es war persönlich eine große Erfahrung und ich bin auch sehr stolz, dass ich Deutschland in Stockholm vertreten durfte und dass meine Heimatstadt Dietzenbach mich auch unterstützt hat. Am Montagabend stand das Telefon nicht mehr still und viele Bekannte wollten wissen, was wir alles erlebt hatten.“ So eine Reise hat bei Gabi den Hunger nach Mehr geweckt und sie will nun, auch wenn die gelernte Gärtnerin sich schon ein wenig im besten Alter befindet, auch bei der zweiten WM, die wohl in Nordamerika in drei Jahren veranstaltet werden soll, wieder dabei sein. „Wenn ich die Try-Outs bestehe, die Coaches mich wollen und wenn die Füße mich weiter tragen, dann will ich auf jeden Fall wieder dabei sein.“ Über ihre Form macht sich Gabi dabei keine Gedanken: „Ich bin beruflich immer an der frischen Luft und arbeite auch körperlich. Unser Footballtraining ist mindestens zweimal wöchentlich und in einer Fahrgemeinschaft wickeln wir die Strecke Großraum Frankfurt-Nürnberg mehrmals ab. Wir lieben den Footballsport und opfern dafür gerne unsere Freizeit.“

Sportlich empfand Gabi Duvinage die WM auf jeden Fall als eine Herausforderung. In Schweden spielten die beteiligten Nationen ein höheres Niveau als in der DBL. Die Amerikanerinnen waren athletischer und blitzschnell: „Wir hätten Kanada zwar in der ersten Halbzeit schlagen können, doch wir versäumten zu Scoren. Finnland empfand ich aber noch schwieriger zu spielen. Sie waren kleiner gebaut und wendiger als wir es waren und viel flinker auf den Beinen. So gesehen waren diese beiden Niederlagen berechtigt.“

Wie geht es nun weiter? Gedanken des Rücktrittes wurden schnell bei Seite geschoben. Die Hinrunde und wahrscheinlich auch die Play Offs in der DBL warten auf Gabi und die Nürnberg Hurricanes und an den Berlin Kobra Ladies vorbeiziehen zu können wäre nach ihrer Meinung schon schön, aber natürlich auch nicht ganz einfach.

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Wie ich mein Herz an den Bundesadler verlor….

12.07.10

Autor: Bettina Janssen | Kategorie: Allgemein, Bettina Janssen, Blog, Inside the Team

Seit einer Woche bin ich wieder in den Landen. Seit einer Woche überlege ich, wie ich das Erlebnis American Football Weltmeisterschaft in Schweden in Worten zusammenfassen soll. Wie kann ich Aussenstehenden erklären, wie man sich als Teil einer Nationalmannschaft fühlt, die gegen andere Nationen in einer Randgruppensportart für Frauen antritt, die nie viel Beachtung gefunden hat und jetzt das aller erste Mal in einem internationalen Turnier antritt?

Wie kann man den Stolz beschreiben, Geschichte schreiben zu dürfen? Als Teil der ersten deutschen Nationalmannschaft an der ersten Weltmeisterschaft teilnehmen zu können, auf dem Rasen mit 44 gleichgesinnten zu stehen und die Nationalhymne zu schmettern?

Wie beschreibt man dann die Enttäuschung, die einhergeht, wenn letztendlich nur der 4. Platz herausspringt, weil man sich selber ein Beinchen gestellt hat und bei den zwei entscheidenen Spielen erst zu spät das zeigte, was man eigentlich kann?

Und wie bringt man anderen Menschen näher, was man fühlt, wenn man zehn Tage voller Football, Theorie, Trainingseinheiten in praller Sonne, Schweiß und Tränen, Videoanalysen, menschlichen Befindlichkeiten mit den anderen Mannschaftsmitgliedern verbringt, von einem unglaublich engagierten Team betreut wird und man sich dann auf einmal wieder in die „Realität“ des Alltags eingliedern muss?

Keiner schreibt mir mehr vor, was ich zu welchen Gelegenheiten anziehen soll, meine Wäsche muss ich auch wieder selbst machen und, am schlimmsten, mir fehlen die Mädels, die aus gegnerischen Teams hier in der Bundesliga in der Fremde ein Team, mein Team geworden ist.

Ich bin noch nie ein Freund von Dauerbespaßung und Menschenmassen gewesen, aber dieses Erlebnis Weltmeisterschaft in Schweden macht mich so stolz und glücklich ein Teil des Ganzen gewesen sein zu dürfen, dass ich nur hoffe, dass der Kader der 1. Frauennationalmannschaft im American Football noch ein paar weitere Spiele in diesem Jahr bestreiten wird.

Es ist zwar ein abgedroschener Satz, aber:

Es war mir eine Ehre mit diesen Mädchen und Frauen für Deutschland spielen zu dürfen.

Und wer jemals so etwas erleben durfte, weiß, dass ohne die vielen helfenden und organisierenden Hände das alles niemals möglich geworden wäre.

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Dancing Queens…

11.07.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Fotos, Inside the Team

Zum Abschluss der WM gab es ein BBQ im Hotel. Alle Teams bis auf die USA nahmen auch teil. Zu Deutsch, die Schweden kamen mit raus in unser Hotel.

Die Schwedinnen waren dann auch die Mannschaft, die für die meiste Stimmung sorgte. Nach dem Essen schlossen sie ihren Ghettoblaster an und machten Musik. Die Schwedinnen hat seit Januar jeden Monat ein Camp veranstaltet. Das sah man auch beim Tanzen jetzt. Sie hatten sogar Choreographien einstudiert. Eine davon war Tanz vom Eurovision Song Contest, der ganz Europa verbinden sollte und das auch jetzt tat.

Beim Freestylen liessen sich die deutschen Mädchen nicht lange bitten. Alle voran Ariane Parusel und mit ihr Michelle Schaffer und Manuela Scott. Nicht verwunderlich, die beiden Spielerinnen mit Cheerleading Background. Die Schwedinnen waren begeistert.

Die Stimmung zum Kochen brachte dann Defense Coordinator Daniel Koch, als er plötzlich in die Mitte stürmte und das Publikum tanzend im Sturm eroberte. Jetzt war der Damm gebrochen.Abwechselnd forderten Schweden und Deutschland ihre Coaches und Staff auf, die Tanzfläche zu rocken. Auch Dr. Marco Ezechieli, der einfach heit halber nur noch Renegade oder Dr. Enchilada genannt, musste mit ran, genauso wie Physio Steffen. Deutschland und Schweden verstanden sich prima, was vielleicht auch an den blaugelben T-Shirts der Deutschen lag.

Auch Team Kanada griff aktiv mit ein.  Die Finnen hingegen kamen zum Teil sehr rausgeputzt und hielten sich vornehm zurück.

Nach der Verkündigung des Allstar-Teams (zudem wir auch ein paar Spielerinnen beisteuern durften) fuhren die Schwedinnen wieder in die Stadt. Mit etwas leiserer Musik feierten wir noch bis es wieder begann heller zu werden (das fängt schon um kurz nach eins an, richtig dunkel war es nie)

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Back to life!

08.07.10

Autor: Birgit Schwenk | Kategorie: Birgit Schwenk, Inside the Team

Ja, ja, ja….

wieder back to life, back to reality! Das Leben hat mich wieder eingeholt. Nach 10 Tagen Isolation in einem alten Sportinternat und einem schön gelegenen Hotel, hat mich die Wirklichkeit wieder. Keine sieben Stunden nach der Ankunft in Frankfurt, und kein vier Stunden nachdem ich mich ins Bett gelegt hatte, klingelte mein Wecker und ich musste aus den Federn hüpfen um meinem Tagwerk nachzukommen.

Es ist alles noch etwas surreal…War ich wirklich nur 10 Tage out of space? Es kommt mir soviel mehr vor. Soviel ist an mir vorbeigegangen…etwas erschrocken war ich, als ich heute in der Zeitung gelesen habe, wie unser neuer Bundespräsident heißt. War nicht erst die Debatte um die Kandidaten?

Leicht verstrahlt wirke ich noch immer. Meine Kollgen wundern sich, wenn ich planlos im Büro stehe und meine Kalender suche um meine Termine selbsständig zu koordinieren. Manchmal bin ich geneigt mir Flipchartpapier zu nehmen und meinen Tagesablauf gut sichtbar aufzuhängen. Bei Facebook lese ich, dass es anderen auch so geht. Es heißt ganz schnell wieder „erwachsen“ zu werden, und aus der „passiven Rolle“ zu kommen und das Leben wieder eigenständig zu planen. Auch wenn es angenehm war, das Hirn manchmal abzuschalten.

Was bleibt von den 10 Tagen WM? Ein gemischtes Gefühl. Tolle Momente, Gänsehaut, aber auch Enttäuschungen und Tränen über persönliche und sportliche Leistungen. Es überwiegt jedoch der Stolz bis zum Schluss gekämpft zu haben. Den Kopf nicht in den Sand gesteckt zu haben und eine gute Show geboten zu haben.

Christiane hat es zuvor schon geschrieben. Ich war ein beliebtes Fotomotiv.  Ziemlich spannend so im Rampenlicht zu stehen. Schon vor unserem ersten Spiel, kamen zwei Österreicherinnen auf mich zu, um mich kleinlaut zu fragen, ob sie mich ansprechen dürfen. Natürlich dürfen sie. Fast vor Erfurcht erstarrt fragen sie mir Löcher in den Bauch, die ich auch bereitwillig beantworte. Nach dem Spiel gegen Schweden, werde ich erneut von Österreich abgefangen. Diesmal haben die Damen eine Bitte. Sie möchten mit mir fotografiert werden. Nun gut, auch dazu bin ich bereit. Es wird nicht das einzige und letzte mal gewesen sein, wo ich um ein Foto gebeten werde. Unser Busfahrer bezeichnet sich als meinen größten Fan und bekommt ein Foto. Ein kanadischer Coach verwickelt mich in Gespräche über meine Footballkarriere; Kanada und Finnland ergattern zum Teil am letzten Abend noch Fotos, um zuhause beweisen zu können, dass sie tatsächlich gegen solche Hünen kämpfen mussten; und die Mädels aus den USA sind erstaunt und begeister, glauben mir aber nicht, dass ich tatsächlich so langsam bin, wie ich behaupte.  Am besten gefällt mir jedoch der Spitzname, den mir Österreich gegeben hat. Bei ihnen heiße ich nur noch „Germinator“ so wie Herminator oder Terminator. (*.*)b

Meine Größe war nicht allein in Stockholm eine Attraktion, wie ich gehört habe wollen mich die Kommentatoren verkuppeln und boten den Zuschauern an bei Interesse meine Handynummer zu besorgen. Was soll ich denn davon halten?

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Ende mit Schrecken

06.07.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Inside the Team

Dies wird erstmal mein letzter Beitrag im Blog werden.  Es war eine Ehre, bei der Premiere der Frauen-Nationalmannsschaft mit dabei sein zu dürfen. Ein Fazit werden wir noch ziehen.

Da noch einige Geschichten fehlen, bitte ich alle Mitspielerinnen, Fans und Freunde, diese aufzuschreiben. Entweder direkt eintragen oder mir zuschicken.

Für mich hat die Reise nach Stockholm mit einem großen Schrecken geendet.

Ich musste am Sonntag abend meine Freundin und Runningback Coach Conny Jäckel direkt in die Augenklink Frankfurt Höchst bringen. Zu diesem Zeitpunkt war sei auf dem linken Auge fast komplett blind. Die Ursache ist eine Netzhautablösung. Gestern wurde sie operiert. Ob die Ärtze das Augenlicht retten konnten, werden wir in den nächsten Tagen (und Wochen) sehen.

Solange müssen wir abwarten und hoffen.

Update:  Zumindest hell dunkel und sich bewegende Dinge kann sie schon wahrnehmen.

Update 2: Der Professor persönlich hat operiert. Die Ärzte sind optimistisch. Oberhalb des Gashorizontes kann sie schon etwas erkennen, auch wenn alles komplett grün ist. Allerdings wird die Sehfähigkeit auf dem Auge nicht mehr den vorherigen Zustand erreichen können, da der Punkt des schärfsten Sehens mit betroffen ist. Ich soll mich bei allen für die zahlreichen Genesungswünsche bedanken. Wer mal durchklingeln will in den nächsten Tagen: 069 3106 75886. Ihr wird langsam langweilig.

Update 3: Am Freitag darf Conny nach Hause. Den Rest wird die Zeit zeigen

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Große Geste

04.07.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Blog, Inside the Team

Bei einer Weltmeisterschaft gibt es immer Spielerinnen, die einen Schritt nach vorne machen. Wie Manuela Scott vom Zweitligisten Stuttgart Scorpions Sisters. Im Spiel um Platz drei konnte sie das zeigen,was sich in den beiden ersten Begegnungen schon angedeutet hat. Sie ist in der Lage die Last im Angriff zu tragen. Zuverlässig machte sie Meter für Meter.

Auf der anderen Seite gibt es Spielerinnen, die nicht 100% ihrer Leistung abrufen konnten. Sie hatte diesmal das Pech auf ihrer Seite. Unbestritten gehört sie zu den besten Spielerinnen Deutschlands und hat da zumindest in der zweiten Halbzeit zeigen können. Aber Suse ist mehr als nur eine gute Football-Spielerin. Sie ist auch eine gute Team-Spielerin.

Beim Spiel um Platz drei wurde sie vom Veranstalter mit der MVP Ehre ausgezeichnet, weil sie am Ende zwei Touchdowns erzielte. Nach der Übergabe der Helm-Trophäe auf dem Feld ging sie direkt zu Manuela Scott und gab ihr die Trophäe weiter. Mit dieser fairen Geste zeigte sie icht nur Team- und Sportsgeist, sondern auch  was jeder im Team Deutschland dachte: Manuela Scott hatte sich die Ehre verdient!

Einen Helm hat Suse dann doch noch bekommen: Von Team USA haben wir einen Minihelm geschenkt bekommen. Der wurde direkt an sie  weitergegeben als Dank für ihre Geste.

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Frau Janßen freut sich ein Bein ab und hat Körper…

28.06.10

Autor: Bettina Janssen | Kategorie: Allgemein, Bettina Janssen, Blog


Der dritte und letzte Tag in Strausberg geht seinem Ende zu und ich bin geschafft. Die zwei täglichen Trainingseinheiten in der prallen Sonne haben mich einfach dahingerafft. Nicht nur dass der erste Tag mit Anreise, Theoriestunden, Trainingseinheiten und Videoanalysen für mich knappe 13 Stunden gedauert hat, am zweiten und dritten Tag ging es nicht minder flott weiter.

Nachdem am Freitag das praktische Training noch ein wenig chaotisch war, weil sich alle wieder in ihre Positionen und Teams finden und auch die Spielzüge wieder neu aufeinander abgestimmt werden mussten, ging es wieder mit frischem Elan und neuer Motivation wieder auf das glühende Kunstrasenfeld.

Vom Training schubbern regelmäßig noch diverse Granulatbrocken in Schuhen und anderen Ausrüstungsgegenständen, aber das hindert niemanden daran auf allen Spielpositionen Gas zu geben.

Ich habe hier in Strausberg viel gelacht, habe auch einmal, ein langer Tag in Sonne auf dem Trainingsfeld kann einen auch schon mal an die Leistungsgrenzen bringen, kurz nach einem besonders ordentlichen Block meiner Mitspielerin Sarah ein paar Tränchen vergossen. Aber was soll es, die blauen Flecken werden hier wie alte Kriegsnarben verglichen und bestaunt. Ich muss auch noch daran denken, mich bei meinem Defense-Line-Coach für seine Geduld zu bedanken…

Mein Defense-Line-Coach Markus Grässer und der Defense-Coordinator Daniel Koch geben ihr Bestes uns auf den kommenden ersten Gegner Schweden einzustellen. Die WM in Schweden hat bereits heute begonnen, unser erstes Spiel wird am Dienstag sein. Videoanlaysen, Walk-Throughs und Individuals, abgestimmt auf die verschiedenen Positionen im Feld, haben das einzige Ziel das Team als eins arbeiten zu lassen, um abgestimmt auf die Gastgeber vorbereitet zu sein.

Den heutigen Abend im Camp haben wir mit Packen verbracht. Wir haben noch diverse Kleidungsstücke erhalten, die uns als Mitglieder der Deutschen Nationalmannschaft ausweisen, aber damit hat uns das Komitee zugleich einen Gefallen getan und gleichzeitig so manche der Mädels nahe an einen Pack-Kollaps gebracht. Wie bereits bekannt, sind nur 20 Kg im Gepäck erlaubt und so sah man heute Abend diverse Mädchen und Frauen hektisch nach den Federwaagen für das Gepäck suchen. Wie nur alles in die Taschen packen? Was wird hier gelassen? Heute Abend kann keiner verleugnen, dass wir wirklich Mädchen sind…

Langsam wird es ruhig auf den Fluren und auch ich werde mich gleich schnellstmöglich in die Federn begeben. Mein Körper wird es mir danken. Jetzt ist es gleich 12 Uhr nachts und Frühstück wird morgen früh um sechs sein, damit wir uns gegen 7 Uhr auf den Weg zum Flughafen gen Stockholm machen können. Natürlich in unseren Deutschland-Trainingsanzügen.

Also werde ich nun meine restlichen Dinge zusammenklauben und auf den Tisch für morgen legen, damit ich flott aus dem Bett und zeitig in den Bus zum Flughafen komme.

Morgen Abend werde ich schon in Schweden sein und Dienstag mein erstes Spiel auf dem Weg zur Weltmeisterschaft beschreiten. Ich kann es immer noch kaum glauben.

 

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Finale ist möglich!

24.06.10

Autor: Jörg Schlüter / Huddle | Kategorie: Allgemein, Blog, Inside the Team

Daniel Koch: „Schweden nicht unterschätzen, USA nicht so weit entfernt und Finale ist möglich!“

Daniel Koch besetzt als Defense Coordinator eine der drei maßgeblichen Rollen im Trainerstab der neuen deutschen Frauen-Nationalmannschaft. Nach dem Abitur am Humboldtgymnasium in Ulm studierte er an der FH Ulm / Neu-Ulm und erarbeitete sich den Abschluss eines Diplom-Wirtschaftsingenieurs (FH). Mittlerweile schaut  er außerdem auf eine zehnjährige Erfahrung als Trainer zurück und verfügt natürlich über die AFVD-Trainer-A-Lizenz. Längere Zeit hat Koch außerdem als Unparteiischer gewirkt und sieht dieses natürlich als Vorteil an, da man über Footballregeln als Coach gar nicht genug wissen kann. Als Jugendlicher ist er als aktiver Spieler in die Bayernauswahl berufen worden und spielte bei verschiedenen Herrenteams, zuletzt bei den Franken Knights in der GFL2 Süd.

Über seine persönlichen Frauen-Football WM-Erwartungen unterhielt sich mit ihm Jörg Schlüter.

Football-aktuell.de: Haben Sie schon das Konzept für das kommende Strausberg Camp fertig? Was wird dort ihren Schutzbefohlenen noch beigebracht werden?

D. Koch: Wir werden uns in erster Linie das vorliegende Video des Länderspieles Schweden-Finnland anschauen und das in dem Silberborn Camp Erlernte weiter vertiefen. Das gilt auch für das Playbook. Wir wollen uns auch speziell auf die schwedische Nationalmannschaft konzentrieren, da sie unser erster Gegner sein werden und ich glaube auch nicht, dass wir Schweden unterschätzen sollten.

Football-aktuell.de: Wie bereitet sich ein Defensecoach auf Gegner vor, die man nicht genau im Vorwege analysieren kann?

D. Koch: Wie schon bekannt liegen uns Ligaspielaufzeichnungen aus Canada und den USA vor. Wir kennen die Spielerinnennamen in den Kadern und konzentrieren uns vor allem auf die Spielsysteme der Offenseteams und schauen zuerst, ob der Gegner mehr läuft oder das Passspiel bevorzugt. Mit unserem Offense Coordinator Jörn Maier habe ich mir schon das Material zusammen angesehen und wir haben zum Beispiel analysiert, dass Schweden zwei Formationen bevorzugt. Zum einen sind sie lauflastig und verfügen über einen mobilen Quarterback, der auch oft Spielzüge antäuscht. Zum anderen sind ihre beiden Wide Receiver sehr groß (jeweils ca. 190cm) und können Play-Action-Spielzüge anwenden. Für die Vorbereitung auf Schweden ist unser Material schon sehr brauchbar. Auf andere Gegner werden wir uns je nach Turnierverlauf mit dem frischen Videomaterial vor Ort vorbereiten. Dabei werden wir uns generell eher auf das System und die Spielzüge, als auf einzelne Spielerinnen vorbereiten.

Football-aktuell.de: Ist für Deutschland mehr als der dritte Platz möglich? Ihr Tipp für die WM?

D. Koch: Ich glaube schon, dass der Leistungsabstand und die Leistungsdichte zwischen den sechs Teams nicht so groß ist. Die USA sind nicht so weit entfernt, wie so manche Experten es im Vorfeld der WM vermuten. Ich würde sogar prognostizieren, dass die Finalteilnahme für uns möglich wäre.

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Testing the Coaches

23.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Allgemein, Fakten über das Team, Inside the Team, Staff

Man sollte nie etwas glauben, was man nicht selber probiert hat. Als Tight End der Darmstadt Diamonds hatte ich die Möglichkeit, mich von der Qualität der drei süddeutschen Nationalmannschafts-Coaches persönlich zu überzeugen.

Markus Gräßer(Defense Line Rhein-NeckarBandits)

Markus ist in der Nationalmannschaft genauso wie im Verein fürdie Defense Line zuständig. Und die hat uns ganz schön zu schaffen gemacht. Besonders beide Defense Ends wirkten gut gecoacht und haben ein super Spiel gemacht. Auch derDefense Tackle #54 machte uns viele Plays kaputt. Apropos kaputt.  Ich persönlich habe in einem Spiel selten so viele blaue Flecken eingesteckt wie gegen die Bandits.

Facemask verbogen!

Das habe ich auch noch nie erlebt. Mein Facemask hat sich im Spiel  so verbogen, dass ich mir ein Neues kaufen muss. Ich kam mir vor als hätte ich so ein altes Single-Bar Facemask wie es Kicker noch vor 15  Jahren in der NFL trugen. Da passte deutlich mehr als eine Faust durch, was ich auch zu spüren bekam. Lange Zeit dominierten beide Defense-Reihen das Spiel, am Ende entschied ein wildes Offense Feuerwerk innerhalb der letzten zwei Minuten das Spiel. Wir gingen zweimal in Führung, um dann doch mit 28:24 zu verlieren.

Wenn Markus es schafft, unsere Defense Line in der Nationalmannschaft genauso einzustellen wie die der Bandits, dann wird es für unsere Gegner ein langes Turnier.

Daniel Koch (Defense Line Franken Knights)

Daniel Koch ist hauptsächlich Defense Coordinator im Jugend Team und coacht daneben die Defense Line im GFL 2 Team der Knights.  Den Test konnte ich leider altersbedingt nur im GFL2 Team  vornehmen, aber diesmal als Offense Line Spieler. Direkt mittendrin also. Zahlenmäßig waren uns die Jungs schon deutlich überlegen. Elf Defense-Line Spieler standen gerade mal zwei etatmäßigen O-Liner gegenüber, aufgefüllt durchDefense Line Spieler und einem Tight End. Elf Spieler auf einer Position bedeutet auf jeden Fall schon mal ein vernünftiges Training. Denn bei elf Spielern bekommen viele nicht so viel Spielzeit wie sie sich wünschen. Wenn sie dennoch am Spieltag bereit stehen, zeugt das von der Qualität der Coaches. Denn nur wenn man das Gefühl hat auch im Training was zu lernen, sich weiter zu entwickeln und dabei Spaß hat, ist ein Spieler auch mit weniger Spielzeit zufrieden. Über die Qualität der Spieler braucht man kein Wort verlieren. Franken Knights haben immer sehr athletische Spieler, technisch gut gecoacht und schnell. Das war auch diesmal so.

Daniel Koch übernahm gegen uns den Job in der „Skybox“  und funkte seine Erkenntnisse in die Teamzone. Leider konnte ich den Funkverkehr nicht abhören (das hätte uns bestimmt geholfen) aber im Ergebnis war Franken stets gut gegen uns aufgestellt. Wir konnten zwar den Ball erfolgreich bewegen, aber am Ende reichte es nur für einen Score.

Conny Jäckel (Wide Receiver DarmstadtDiamonds)

Dieser Test ist der schwierigste und einfachste zugleich. Schliesslich hatte ich mehr als genug Gelegenheit Conny beim Coaching zu beobachten. Doch den eigenen Coach und die eigene Lebensgefährtin zu beurteilen kann nie objektiv sein. Fakt ist, dass sie viel Zeit in die Vorbereitung investiert. Jede Übung wird geplant, getestet und umgesetzt. Ständig diskutieren wir über die Leistung der Spieler, analysieren die Videos und arbeiten an der Weiterentwicklung für unser Team. Die Diskussionen sind auch für mich immer sehr lehrreich. So lerne ich auf Running Back und Wide Receiver viel dazu, habe aber zum Glück noch ein paar Vorteile auf den anderen Positionen.  Conny hat bewiesen, dass sie in der GFL2 ihren Mann stehen kann und wird dies auch in der Nationalmannschaft tun.

Fazit des Test

Absolut positiv. Ich glaube, wir haben die richtigen Coaches für die Weltmeisterschaft. Dieser Eindruck aus dem Trainingslager hat sich jetzt mit dem Test verfestigt. Und die Coaches sind nicht nur fachlich sehr gut, sondern auch menschlich. Es hat viel Spass gemacht sich mit Ihnen nach dem Spiel zu unterhalten. Die Weltmeisterschaft kann kommen.

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Ein Traum geht in Erfüllung

22.06.10

Autor: AGebek | Kategorie: Inside the Team, Links

Über Jana Gaitzsch bericht die Südwestpresse aus Ulm unter

http://www.swp.de/crailsheim/sport/sonstige/regional/art1159551,526471

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